Alkoholkonsum

Betrunkene Jugendliche werden in Zürich härter angefasst

Sogenannter Botéllon in Zürich (Archiv)

Sogenannter Botéllon in Zürich (Archiv)

Die Stadt Zürich will ab nächstem Frühjahr betrunkene Jugendliche und junge Erwachsene, die sich und andere gefährden, konsequent in Gewahrsam nehmen. Für die Ausnüchterung unter medizinischer Betreuung werden spezielle Räume in der alten Kaserne eingerichtet.

Die Kosten für die Massnahmen werden den betroffenen Personen oder ihren Eltern in Rechnung gestellt. Wie teuer der Aufenthalt im Vermittlungs- und Rückführungszentrum (VRZ) wird, steht noch nicht fest. Es sei durchaus möglich, dass es 1200 Franken sein werden, sagte Polizeivorsteherin Esther Maurer vor den Medien.

Minderjährige, die ins VRZ kommen, müssen von den Eltern abgeholt werden. Junge Erwachsene werden erst entlassen, wenn sie nüchtern sind. Das Projekt "VRZ plus" ist eines von drei Grossprojekten der vor einem Jahr vom Stadtrat eingesetzten Taskforce Jugendgewalt. Der dreijährige Pilotprojekt soll im Frühjahr 2010 starten.

Bisher kommen jährlich etwas 800 Personen in die Ausnüchterungszellen der Stadtpolizei-Regionalwachen. Dort ist aber laut Maurer die Betreuung und Überwachung problematisch. Mit dem VRZ könnten aber auch die Spitäler entlasten, wo heute stark Betrunkene auch eingeliefert würden, sagte Renate Monego, Direktorin der Städtischen Gesundheitsdienste.

Das Vermittlungs- und Rückführungszentrum wurde einst geschaffen, als es um die Auflösung der offenen Drogenszene ging. Auswärtige Drogenkonsumierende wurden an ihre Wohngemeinde übergeben. Pro Jahr werden heute rund 1400 Drogenkonsumierende ins VRZ gebracht. Für Betrunkene wird nun eine neue Abteilung beim VRZ geschaffen.

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