Extinction Rebellion
Blutiger Bundesplatz, grüne Limmat: die Klima-Unruhestifter im Interview

Unter dem Namen "Extinction Rebellion" protestieren Gruppen auf der ganzen Welt gegen die Klimakrise. Mit ihren radikalen Methoden des zivilen Ungehorsams wollen sie die Politik zum Klimaschutz zwingen. Bei ihren Aktionen wie Sitzstreiks oder Blockaden lassen sich die Aktivisten freiwillig verhaften.

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In der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri erzählen zwei Mitglieder der Schweizer Gruppierung Extinction Rebellion, Saskia Dümmel und Reto Wigger, warum sie bei den internationalen Protesten mit dabei sind und warum sie bereit sind, für die Umwelt Grenzen zu überschreiten.

Erstaunlich «harmlos und brav», wie Moderator Markus Gilli feststellt. «Wir sind ganz normale Leute, viele von uns haben vorher noch nie so etwas gemacht. Deshalb sehen wir vielleicht auch etwas harmlos aus», relativiert Saskia Dümmel. «Aber alle sehen diese Dringlichkeit.»

Diese Dringlichkeit ist denn auch der Kern der Sache Extinction Rebellion. Es müsse «schnell» etwas passieren, sagt Dümmel. Und Reto Wigger: «Das Tempo, das die Politik vorlegt, ist zu langsam für die Massnahmen, die wir treffen müssen, um überhaupt eine Zukunft zu haben.»

So erklären Wigger und Dümmel die teilweise drastischen öffentlichen Auftritte der «Klima-Rebellen». Wigger sagt, er habe auf die Mittel zurückgegriffen, die «das demokratische System zur Verfügung stellt»: Demonstrationen, Unterschriften sammeln. Bis er erkannte, dass er auf diesem Weg nicht zum Ziel kommen würde. Und deshalb habe er «einen anderen Weg beschritten».

Auf diesem hofft er, etwas zu bewirken bei der breiten Bevölkerung. Den «Alltagsverlauf unterbrechen», nennt er das.

Auch wenn die Mitglieder der Bewegung mit ihren Aktionen oft eine Endzeitstimmung aufkommen lassen, haben beide, Wigger und Dümmel, die Hoffnung nicht aufgegeben. Dümmel: «Sonst würden wir uns nicht so viel Mühe geben.» (smo)

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit den beiden Klimaaktivisten in voller Länge: