Schweiz

Bürgerliche Mehrheit weggefegt: Die «Grüne Welle» schwappt in den Jura über

Für die 60 Sitze im jurassischen Kantonsparlament hatten sich 462 Kandidaten zur Wahl gestellt. (Symbolbild)

Für die 60 Sitze im jurassischen Kantonsparlament hatten sich 462 Kandidaten zur Wahl gestellt. (Symbolbild)

Die Grünen können ihre Vertretung im jurassischen Kantonsparlament fast verdoppeln, die Grünliberalen sind neu mit zwei Vertretern präsent. Die Bürgerlichen verlieren ihre Mehrheit.

(wap/agl) Verluste für Bürgerliche und Christlich-soziale, Gewinne für Grüne, Grünliberale und die SP: Bei den jurassischen Parlamentswahlen setzte sich die «Grüne Welle» fort, wenn auch in bescheidenen Dimensionen. Zwar konnten die Grünen ihre Präsenz im Kantonsparlament mit drei Sitzgewinnen fast verdoppeln, insgesamt halten sie damit aber nur sieben der sechzig Sitze. Zusammen mit den zwei neu gewonnenen Sitzen der Grünliberalen besetzen die Ökoparteien nun neun von 60 Sitzen.

Dennoch bringt diese Verschiebung die Mehrheitsverhältnisse im Parlament ins Wanken. Denn zu den Verlieren gehören die im katholischen Kanton traditionell mächtige CVP, die zwei Sitze einbüsst, sowie die FDP und die SVP, die je einen Sitz räumen müssen. Die bürgerlichen Parteien halten damit noch genau 30 von 60 Sitzen im Parlamentssaal in Delémont. Ihre klare Mehrheit von zuletzt 34 Sitzen ist Geschichte.

Grünliberale als Zünglein an der Waage

Dennoch bleibt die Linke im weitgehend ländlichen Kanton relativ schwach. Nur 22 Sitze gehen an klar linke Parteien: Die SP kommt mit einem Sitzgewinn auf insgesamt 13 Sitze, die Allianz der linksradikalen Partei der Arbeit und der Splittergruppe «Combat Socialiste» behält ihre zwei Sitze.

Umso wichtiger wird deshalb die Rolle der Mitte-Links Parteien. Die unabhängige Christlich-soziale Partei, die dieses Milieu bislang abgedeckt hatte, verlor am Sonntag zwei Sitze und ist im Parlament nur noch mit sechs Abgeordneten vertreten. Allerdings nehmen nun die Grünliberalen mit zwei Vertretern Einsitz. Insbesondere bei wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen könnte die GLP damit als Zünglein an der Waage zur umworbenen Mehrheitsbeschafferin der Bürgerlichen werden.

Bei den letzten Wahlen war noch die SVP die Gewinnerin

Um die 60 Parlamentssitze hatten sich 462 Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Bei den letzten Wahlen im Jahr 2015 war die CVP mit 17 Sitzen stärkste Kraft, darauf folgen die SP mit 12 und die FDP mit 9 Sitzen. Am stärksten zulegen konnte damals die SVP, die ihre Anzahl Sitze von 4 auf 8 verdoppelte.

Neben den Parlamentswahlen wurde am Sonntag auch der Regierungsrat neu gewählt. Dabei verpassten aber alle Kandidaten das erforderliche absolute Mehr. Der zweite Wahlgang ist auf den 8. November angesetzt.

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