Coronavirus
Bund publiziert Impfzahlen: 37 Prozent aller Dosen verabreicht – aber grosse Unterschiede zwischen Kantonen

Bislang konnte der Bund nur eine Schätzung zu den verabreichten Impfungen geben. Nun liegen erste Daten vor. Dabei tun sich grosse Unterschiede zwischen den Kantonen auf. Obenauf schwingen vor allem kleinere Kantone wie Basel-Stadt.

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Impfung gegen das Coronavirus. (Symbolbild)

Impfung gegen das Coronavirus. (Symbolbild)

Gaetan Bally/Keystone

(dpo/rwa) Obwohl der offizielle Startschuss zur Impfkampagne gegen das Coronavirus nunmehr fast drei Wochen zurückliegt, konnte der Bund bis vor kurzem noch keine genauen Daten zur Anzahl der verabreichten Impfungen liefern. Nun liegen erste konkrete Zahlen vor. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag schreibt, wurden bis am Donnerstag 169'783 Impfstoffdosen verabreicht. Erste Schätzungen des Bundesamtes gingen zuvor von 110'000 Dosen aus.

Insgesamt hat die Schweiz 459’700 Impfstoffdosen erhalten. Damit sind schweizweit 37 Prozent der bisher verfügbaren Dosen verimpft worden. Aus den Zahlen des BAG lässt sich ebenfalls ablesen, wie viele Dosen die einzelnen Kantone erhalten haben, und wie viel sie davon bereits verimpft haben.

Schlusslicht ist Neuenburg

Aufs Tempo gedrückt haben dabei vor allem kleinere Kantone: Während in Basel-Stadt bereits 80 Prozent der verfügbaren Dosen verimpft wurden, sind es in Obwalden 65,4 Prozent und in Zug 62 Prozent. Schlusslichter sind dagegen Neuenburg, wo erst 17 Prozent der Dosen verabreicht wurden sowie Thurgau mit 19,8 Prozent und St. Gallen mit 26,5 Prozent. Aber auch der Kanton Bern, der eine Woche später zu impfen begann, ist mit 29,3 Prozent gemächlich unterwegs.

Während in Deutschland oder Italien detaillierte Zahlen nach Bundesland oder Provinz bereits Standard sind, hinkte die Schweiz lange Zeit hinterher. Daten zu den einzelnen Kantonen wollte der Bund erst veröffentlichen, sobald er über genauere Zahlen von den Kantonen verfügt. «Wir möchten vermeiden, dass über die Unterschiede in den Kantonen ein falscher Eindruck entsteht», sagte die oberste Impfstoffbeschafferin Nora Kronig vom BAG.

Zum unterschiedlichen Impftempo der Kantone kam jüngst verschiedentlich Kritik auf. Gesundheitsminister Berset rief die Kantone etwa dazu auf, bei den Impfungen vorwärts zu machen – und gab gleich das Impfziel bekannt: So müssten ab Februar in allen Kantonen täglich 525 Dosen pro 100'000 Einwohner verabreicht werden. «Im Juni muss die Impfkapazität dann drei Mal höher sein.»

Kantone verteidigen unterschiedliches Tempo

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) betont, die Kantone seien noch daran, ihre Impfstrukturen aufzubauen und die Kapazitäten täglich zu erhöhen. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten liessen sich durch die Bevölkerungs- und Versorgungsstruktur erklären, die einen Einfluss auf die Logistik hätten, heisst es in einer ersten Stellungnahme.

«Innerhalb der nächsten Woche dürfte alle etwa das gleiche Verimpfungsniveau erreicht haben», versichert die GDK. Angesichts der jüngst bekannt gewordenen Lieferengpässe könne es durchaus sinnvoll sein, nicht alle gelieferten Dosen zu verimpfen, sondern eine Reserve für die zweite Infektion zurückzuhalten.