Olympische Winterspiele

Bundesrat gibt grünes Licht für Davos/St. Moritz 2022

Blick auf St. Moritz (Archiv)

Blick auf St. Moritz (Archiv)

Der Bundesrat will die Olympischen Winterspiele 2022 in die Schweiz holen. Mit einem Grundsatzentscheid unterstützt die Regierung die Kandidatur der Bündner Orte St. Moritz und Davos. Der Bund soll 30 Millionen Franken zur Kandidatur beitragen.

Die Kandidatur dürfte auf rund 60 Millionen Franken zu stehen kommen, wie Sportminister Ueli Maurer am Freitag vor den Medien ausführte. Mit einem Budget in dieser Höhe habe die Schweiz bei der Vergabe 2015 eine reelle Chance. Der Kanton Graubünden, die Olympia-Gemeinden und das Nationale Olympische Komitee tragen die übrigen 30 Millionen Franken.

Maurers Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat vom Bundesrat den Auftrag erhalten, eine Botschaft auszuarbeiten. Darüber soll 2013 das Parlament entscheiden.

Eine wichtige Hürde muss das Projekt aber schon am 3. März nehmen: Das Bündner Stimmvolk entscheidet, ob es die Olympischen Spiele will. "Bei einem Nein ist das Projekt vom Tisch", sagte Maurer. Der SVP-Bundesrat, der sich mit sichtlicher Begeisterung hinter die Kandidatur stellte, sprach von einem ungewissen Ausgang.

Bund übernimmt eine Milliarde

Sollten die Spiele tatsächlich im Bündnerland stattfinden, sollen sie den Bund nicht mehr als eine Milliarde Franken kosten. Dies gab der Bundesrat als zentralen Eckwert vor. Nicht enthalten sind in diesem Deckungsbeitrag Investitionen in Verkehrswege, die für die Spiele früher als vorgesehen gebaut oder ausgebaut würden.

Nach den Schätzungen würden die Kosten insgesamt auf rund 4,5 Milliarden Franken zu stehen kommen. Davon entfallen rund 2,8 Milliarden Franken auf die Durchführung und rund 1,7 Milliarden Franken auf Investitionen in die Infrastruktur. Zu letzteren müssten der Bund und die Kantone gemeinsam beitragen.

Einnehmen dürften die Organisatoren aber lediglich 1,5 Milliarden Franken. Damit entsteht - ohne Infrastrukturausgaben - ein Minus von 1,3 Milliarden Franken. Durch die Defizitzusage des Bundesrates von einer Milliarde müssten die Organisatoren das Budget noch anpassen, sagte Maurer.

Die Kostenschätzungen fussen auf Berechnungen zweier internationaler Unternehmen, die in frühere Olympische Spiele involviert waren. Maurer beurteilte die Zahlen als "gut gerechnet". Er reagierte damit auf Journalistenfragen, die auf die regelmässig explodierenden Budgets von Olympischen Spielen hinwiesen.

Für Ausbauprojekte für Strasse und Schiene sind laut Maurer rund 600 Millionen Franken veranschlagt, für die Sicherheit rund 250 Millionen Franken. Beide Posten zählt der Bund zu den Infrastruktur-Ausgaben.

Weg vom Gigantismus

Mit unter 100 Millionen Franken schlagen die Investitionen in Sportstätten vergleichsweise tief zu Buche, weil viele Anlagen bereits vorhanden sind. Dass Skipisten, Bobbahn, Eishockeystadion und andere Anlagen bereits regelmässig benützt werden, zeichnet laut Maurer die Schweizer Kandidatur aus.

"Wir wollen weg vom Gigantismus früherer Spiele", bekräftigte er das Credo der Schweizer Kandidatur. "Die Spiele sollen in die Berge zurückkehren." Schweizer Spiele seien nur möglich als Alternative zu bisherigen Konzepten. Nachhaltigkeit und Innovation gehören denn auch zum Motto, mit dem die Spiele präsentiert werden sollen.

Freude beim Verein "Graubünden 2022"

Der Verein "Graubünden 2022", dem auch Vertreter von Swiss Olympic angehören, ist höchst erfreut über den Bundesratsentscheid. "Wir sind sehr glücklich", sagte Vereinssprecher Christian Gartmann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er sprach von einem "sehr klaren Signal" seitens der Landesregierung.

Der Kanton Graubünden wollte sich zum Bundesratsentscheid noch nicht äussern. Das will er am Montag an einer Medienkonferenz nachholen.

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