Schweiz

Bundesrat will Finanzplatz mit nachhaltigen Anlageprodukten stärken

Finanzminister Ueli Maurer sieht in nachhaltigen Anlageprodukten eine grosse Chance für den Schweizer Finanzplatz.

Finanzminister Ueli Maurer sieht in nachhaltigen Anlageprodukten eine grosse Chance für den Schweizer Finanzplatz.

Geht es nach dem Bundesrat, soll der Schweizer Finanzplatz zum führenden Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen werden. Dass er sich dabei lediglich in der Rolle des Regulators sieht, kommt in der Branche gut an – bei Umweltverbänden hingegen weniger.

(gb.) Finanzminister Ueli Maurer stellte die Pläne des Bundesrats für einen nachhaltigeren Finanzplatz am Freitag vor. «Nachhaltige Finanzprodukte haben stark an Bedeutung gewonnen», sagte Maurer vor den Medien in Bern. «Die Schweiz verfügt bereits über grosses Know-how in diesem Bereich. Der Markt bewegt sich schon heute in eine ausserordentlich positive Richtung.»

Der Bundesrat sieht seine Rolle deshalb nicht darin, den Finanzdienstleistern Vorschriften zu machen, sondern will Rahmenbedingungen setzen. Gestützt auf einen Bericht einer internen Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit im Finanzsektor hat er Leitlinien definiert, mit denen er die Richtung vorgeben will.

Zum Beispiel soll dem sogenannten Greenwashing entgegengewirkt werden, indem Angaben zur Klima- und Umweltverträglichkeit von Anlageprodukten offengelegt werden. Mark Branson, Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma), sagte, es sei das Ziel seiner Behörde zu prüfen, dass grün drin sei, wo grün draufstehe.

«Gemeinsame Ausrichtung gefunden»

In der Finanz- und Versicherungsbranche kommen die Pläne gut an. Thomas Helbling vom Schweizerischen Versicherungsverband wie auch Jörg Gasser von der Schweizerischen Bankiervereinigung waren an der Medienkonferenz anwesend und betonten den Willen, verstärkt auf nachhaltige Finanzprodukte zu setzen. «Die Schweiz hat die einzigartige Chance, in diesem Bereich führend zu werden», sagte Gasser. «Es geht nicht die um die Frage, ob, sondern wie und wann».

Bei der Frage nach dem «wie» sind sich die Anwesenden einig, dass die Zusammenarbeit aller Akteure zentral sein wird. «Wir haben eine gemeinsame Ausrichtung gefunden», so Gasser.

Zu viel Eigenverantwortung für Branche?

In einer Reaktion auf die vorgestellten Pläne kritisierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace, dass dem Finanzsektor keine regulatorischen Vorschriften gemacht werden. Der Bundesrat verpasse es damit, für die Akteure auf dem Finanzplatz verbindliche Klimaziele gemäss dem Pariser Abkommen zu empfehlen, schreibt der Verband in einer Mitteilung.

Maurer jedoch verteidigte auf eine entsprechende Frage einer Journalistin die Eigenverantwortung, die der Bundesrat der Branche überlässt. Der Staat müsse sich hüten, allzu viel zu regulieren. Der Markt bewege sich ausserordentlich rasch. «Wenn Sie heute etwas regulieren, kann das morgen schon überholt sein.»

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