TalkTäglich

Clown David Larible zum Zungenkuss-Vorwurf einer 14-Jährigen: «Ich war naiv»

"Ich war ein Idiot"

"Ich war ein Idiot"

Der Zirkus-Clown David Larible weist jede Schuld von sich. In so einer Situation habe sich der 59-Jährige noch nie befunden. Er sei einfach zu naiv gewesen.

Zirkus-Clown David Larible steht unter Verdacht, ein minderjähriges Mädchen geküsst zu haben. Im TalkTäglich auf Tele Züri nimmt er ausführlich dazu Stellung.

Hat der weltberühmte Clown David Larible sexuellen Kontakt mit einem Mädchen gehabt? Genau diesen Vorwurf macht eine 14-Jährige, indem sie wiederholt erklärt hat, der Star habe ihr in einem Zürcher Hotel Zungenküsse gegeben. Der Clown bestreitet dies: "Diese drei Zungenküsse hat es nie gegeben", sagt er im Gespräch mit Moderator Oliver Steffen auf TeleZüri.

Laribles heutiger Anwalt, Valentin Landmann, sagte bereits am Wochenende: "Der Vorwurf bedeutet seine berufliche Ermordung."

Die Folgen jedenfalls waren einschneidend. Am 20. November wurde der 59-jährige Italiener bei der letzten Saisonvorstellung des Circus Knie in Lugano von der Tessiner Polizei verhaftet und der Zürcher Staatsanwaltschaft übergeben. Bald darauf beendete der Zirkus die Zusammenarbeit mit Familienvater Larible.

Doch wie ist es dazu gekommen? Larible bestreitet nicht, das Mädchen zu kennen. Es sei ein grosser Fan von ihm gewesen, man habe sich bei einem Auftritt zusammen mit dessen Mutter kennengelernt und sich später auch zum Kaffee getroffen. Er habe das Mädchen mehrmals getroffen. "Jedes Mal wenn wir uns gesehen haben, ist sie auf mich zugerannt, hat mich umarmt."

Laribles Antwalt Valentin Landmann erklärt: "David Larible ist wohl der berühmteste Clown der Welt. Er wird von seinen Fans nach der Vorstellung geküsst, umarmt." Wenn irgendetwas am Pädophilie-Vorwurf vorhanden wäre, warum nicht schon früher?

Doch warum sollte das Mädchen lügen, fragt Steffen? Larible: "Ich will darüber nicht mutmassen." Larible glaubt allerdings, dass der Teenager Probleme habe, die in der Familiengeschichte liegen. So wächst es angeblich ohne Vater auf. 

Keine goldene Brücke

Landmann verteidigt Larible: Dieser habe nie ausgewichen, habe nie gesagt, dass das Mädchen älter ausgesehen habe. Er habe keine goldene Brücke verwenden wollen, wie es andere in so einer Situation getan hätten.

David Larible erzählt: "Ja, ich war mit dem Mädchen im Hotel." Aber er habe nichts Schlechtes und Illegales getan. Das Mädchen nicht geküsst. Zum Vorwurf sagt der Italiener: "Ich war so naiv." Landmann fügt an: Larible habe zwei Hotelzimmer gemietet, aber nicht für sich und das Mädchen – wie behauptet –, sondern für eine Fotografin und für Aufnahmen. In dieser Situation habe ihn das Mädchen besucht.

Landmann: "Er hat das Mädchen aufs Zimmer genommen, um ihm ein Buch zu schenken. Es gab einen Begrüssungskuss – allerdings auf die Stirn. Und es hat auch einen Abschiedskuss gegeben."

Larible: "Ich wollte das Mädchen nicht aufs Zimmer nehmen. Ich habe ihr in der Lobby gesagt: Bleib hier. Sie wollte nicht, sagte, sie wolle hier nicht alleine sein. Ich habe nicht viel überlegt, und sagte schliesslich, sie solle mitkommen." Auf dem Zimmer habe Larible ihr ein Buch gegeben, das er über seine Arbeit geschrieben habe.

Und weiter sagt Larible: "Auf dem Zimmer haben wir auf ihren Wunsch Fotos gemacht – Porträt-Fotos."

Der ganze TalkTäglich mit David Larible:

Pädophilie-Verdacht bei Zirkus-Clown

Zirkus-Clown unter Pädophilie-Verdacht

Was ist dran, an den Zungenkuss-Vorwürfen gegen den Zirkus-Clown David Larible? Der 59-Jährige ist heute direkt nach der Einvernahme bei uns zu Gast.

Der Moderator will es nochmals wissen: Warum nimmt man ein Mädchen aufs Hotelzimmer? Als Showstar sollte man doch die Gefahren kennen, die das in sich birgt? Larible stimmt zu: "Ja, ich bin ein Idiot. Ich hätte aber nie gedacht, dass so etwas daraus passieren könnte."

Doch ganz unvorsichtig ist der Clown offenbar auch nicht. Landmann: Larible habe junge Fans immer gebeten, mit den Eltern vorbeizukommen. In diesem Falle habe die alleinerziehende Mutter keine Zeit gefunden.

Seltsam

Dennoch ist es David Larible irgendwann etwas komisch vorgekommen. Das Mädchen habe ihm plötzlich eröffnet: "David, du sprichst so gut, ich glaube, jede Frau könnte sich in dich verlieben." Das sei Larible merkwürdig vorgekommen, weil es unpassend war.

Anwalt Valentin Landmann meldet sich zu Wort. Die Konversation sei tagelang unbeschwert weitergegangen, ohne Bruch. "Ich kann mit meiner ganzen Erfahrung sagen: Allein schon der Vorwurf ist der kleinstmögliche Vorwurf in der ganzen Bandbreite zu diesem Thema." Will heissen: Es gebe schwerwiegendere Vorwürfe als Küsse. Doch Landmann will nicht verniedlichen: "Es ist entsetzlich zu sehen, dass mit einem kleinen, unbewiesenen Vorwurf eine jahrzehntelange Karriere eines Mannes vernichtet werden kann. Alleine, indem der Vorwurf im Raum steht."

Larible: "Ich verstehe die Leute"

Tatsächlich wurden bereits eine Handvoll Engagements von Larible gestrichen. Der Clown kann den Showproduzenten keinen Vorwurf machen: "Ich verstehe die Leute." Sie müssten sicher sein, dass an den Vorwürfen nichts dran ist, bevor sie ihn auftreten liessen. 

Moderator Steffen fragt zum Schluss des Gesprächs, ob Larible an ein Happy End glaube. Larible: "Mein Herz ist kaputt, seit dem 20. November bin ich ein anderer Mensch. Aber ich hoffe." Und Anwalt Landmann ergänzt: "Wir arbeiten für ein Happy End."

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