Coronavirus
Absage an Detailhändler: Oberster Gesundheitsdirektor will die Maskenpflicht in Läden nicht aufheben

Der Detailhändlerverband fordert, das Maskenobligatorium beim Einkaufen per Ende Monat aufzuheben. Und die Clubbetreiber hoffen, dass die Zertifikatspflicht bald aus dem Nachtleben verschwindet. Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, hat «kein Verständnis» für die Forderungen.

Christoph Bernet
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Die Maske muss in den Supermärkten auch weiterhin getragen werden.

Die Maske muss in den Supermärkten auch weiterhin getragen werden.

Symbolbild: Britta Gut

Das Nachtleben wurde vom Coronavirus besonders hart getroffen. Clubs und Diskotheken mussten als erste schliessen und durften als letzte wieder aufgehen. Erst seit dem 26. Juni dürfen Diskotheken und Tanzlokale wieder Gäste empfangen. Allerdings nur, wenn diese ein Covid-Zertifikat vorlegen, sprich, geimpft, genesen oder negativ getestet sind.

Jetzt mobilisiert das Nachtleben gegen die Zertifikatspflicht, In der «Sonntagszeitung» sagte Alexander Bücheli von der Bar- und Clubkommission, dem Verband der Clubbetreiber:

«Bei zunehmendem Impffortschritt braucht es auch bei uns eine Normalisierung».

Bücheli hofft auf ein Ende der Zertifikatspflicht bis Anfang September.

Regierungsrat Lukas Engelberger (Die Mitte/BS), Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), hat «kein Verständnis» für die Forderung: «Die Clubbetreiber haben einen guten Deal», sagt er gegenüber CH Media. Der 3-G-Ansatz (Zutritt für Geimpfte, Genesene oder Getestete) sei im Nachtleben mit seinem potenziell hohen Infektionsrisiko angebracht.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Die Mitte) im Februar in Bern.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Die Mitte) im Februar in Bern.

Keystone

Der Detailhändlerverband Swiss Retail Federation fordert derweil gar eine Aufhebung der Maskenpflicht in Läden spätesten Anfang August. Engelberger lehnt auch diese Forderung ab. Der Detailhandel biete Güter des täglichen Bedarfs an. «Deshalb muss der Zugang dort jederzeit auch für Personen gewährleistet sein, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht geimpft sind.» Für sie brauche es als Schutzmassnahme die Maskenpflicht.

Engelberger hofft, dass das gesunkene Tempo der Impfkampagne wieder ansteigt. Gerade den Jüngeren stehe die Impfung noch nicht so lange offen: «Ich denke, einige werden sich erst nach den Ferien impfen lassen.»

Wenn neue Einschränkungen, dann nur für Ungeimpfte

Die Situation in den Spitälern trotz der jüngst wieder angestiegenen Fallzahlen ruhig. Sollte es zukünftig wieder Einschränkungen brauchen, um die Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern – ein Szenario, von dem man aktuell weit entfernt sei – liege die «Begründungspflicht» höher, sagt Engelberger:

«Wenn die Impfungen weiterhin wirksam sind und jeder ein Impfangebot erhalten hat, wird man in einem solchen Fall Massnahmen ergreifen, von denen Geimpfte möglichst nicht betroffen sind.»

Er denkt dabei in erster Linie an eine Ausweitung der Zertifikatspflicht.