Eins. Eins. Eins. Eins. Eins. Das ist kein binärer Code, sondern die neue Verteilung der Regierungsratssitze auf die fünf grössten Baselbieter Parteien. Die bisherigen Exekutivmitglieder von SVP, FDP, CVP und Grüne erhalten mit Kathrin Schweizer eine Vertreterin der SP zur Seite gestellt.

Gewählt wurden Finanzdirektor Anton Lauber (CVP, 41 417 Stimmen), Sicherheitsdirektor Isaac Reber (Grüne, 40 561), Kathrin Schweizer (SP, 37 187), Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP, 33 551) sowie Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP, 32 338).

Schweizer erobert den frei werdenden FDP-Sitz und schlägt SVP-Nationalrat Thomas de Courten klar. Das Ergebnis entspricht dem Kräfteverhältnis der Lager vor den letzten Wahlen von 2015, bei denen die FDP der SP den einzigen Sitz abgenommen hatte – dies nach neun Jahrzehnten ununterbrochener Regierungszugehörigkeit.

Schweizers Wahl war nie gefährdet

Das Ergebnis überrascht nicht. Wie souverän allerdings Schweizer direkt auf Platz drei stürmte, lässt aufhorchen. Ihre Wahl war nie gefährdet. «Daran sieht man, dass die Baselbieter Bevölkerung die SP nicht nur zurück in der Regierung haben wollte, sondern dies als starke Kraft», sagt SP-Präsident Adil Koller. Er weiss, dass Rot-Grün in der Regierung weiter in der Minderheit ist. Aber: «Ich erhoffe mir zumindest einen Bruch der absoluten bürgerlichen Dominanz der letzten Jahre.»

Geschlagen wurde Schweizer nur von Anton Lauber (CVP) und Isaac Reber (Grüne). Die beiden Bisherigen lieferten sich gestern ein eigentliches Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende obsiegte Finanzdirektor Lauber und wiederholte damit seinen Spitzenplatz von 2015. SVP-Kandidat De Courten übertraf zwar knapp ebenfalls das absolute Mehr, schied aber überzählig aus. Er hat den Ruf eines SVP-Hardliners; so hatte ihm die CVP die offizielle Unterstützung verweigert.

Im ersten gemeinsamen Auftritt der künftigen Baselbieter Regierung lasen mehrere den Wahlausgang als Zeichen der Wählerschaft für die Konkordanz. So versprach Schweizer, eine «gewisse Diversität» und eine soziale Stimme in die Exekutive zu bringen. Weber schätzte, es sei wohl schlecht angekommen, dass die SVP zwei Sitze anstrebte.