Raumplanung

Das Dreiseenland will sich mit neuem Verein mehr Gehör schaffen

Ein Verein will den Anliegen des Seelandes zum Durchbruch verhelfen. Vertreter von Naturschutzorganisationen kritisieren, dass er zu sehr auf die Landwirtschaft fokussiert sei. (Archivbild)

Ein Verein will den Anliegen des Seelandes zum Durchbruch verhelfen. Vertreter von Naturschutzorganisationen kritisieren, dass er zu sehr auf die Landwirtschaft fokussiert sei. (Archivbild)

Das Dreiseenland im Gebiet der Kantone Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Waadt will sich auf nationaler Ebene mehr Gehör verschaffen. In Murten FR ist am Freitag mit diesem Ziel ein Verein gegründet worden.

Präsident des Vereins mit dem Namen "Zukunft Drei-Seen-Land" ist der frühere Solothurner FDP-Regierungsrat Christian Wanner. Auch die übrigen vorgeschlagenen Vorstandsmitglieder seien gewählt worden, sagte der Freiburger CVP-Ständerat Beat Vonlanthen. Er hatte die Gründungsversammlung geleitet.

Mehr als Gewässerkorrektion

Die Versammlung war eine direkte Folge der sogenannten "Landsgemeinde" von Mitte November, ebenfalls in Murten. An jenem Anlass hatten mehr als 350 Gemeindedelegierte aus den fünf Kantonen darüber diskutiert, ob es im Dreiseenland eine dritte Juragewässerkorrektion brauche.

Markus Ith, Freiburger Grossrat und Geschäftsführer des neuen Vereins, sagte vor der Gründung im Westschweizer Regionalradio RTN, es gehe dem neuen Verein um mehr als um eine dritte Juragewässerkorrektion. Zu diesem Thema gingen die Meinungen auseinander. Doch allen sei klar, dass der Klimawandel nach Änderungen verlange.

Der Verein werde sich mit der Art und Weise beschäftigen, wie künftig in der Gemüsekammer der Schweiz Landwirtschaft betrieben werden müsse. Auch um Naturschutzfragen werde er sich kümmern. "Alle Fragen mit Bezug zur Natur müssen auf den Tisch kommen", so Ith.

In der Präambel der Vereinsstatuten steht, das Dreiseenland sei die für die Ernährungssicherheit der Schweiz wichtigste Region. Dies dank der natürlichen Fruchtbarkeit der Böden, den weiten Ebenen und dank dem Wasservorkommen.

Kritik von Naturschutzorganisationen

Nicht an Bord sind Naturschutzorganisationen. Sie seien bei den ersten Sitzungen dabei gewesen und hätten dann im Statutenentwurf gesehen, dass sie kein Stimmrecht hätten, sagte Marcel Liner von Pro Natura in der Sendung "Schweiz aktuell" des Schweizer Fernsehens SRF. Das Projekt sei nach wie vor stark an der Landwirtschaft orientiert.

Der Verein biete keine Möglichkeit, auf Augenhöhe zu reden, bemängelte auch Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. "Wir möchten Landschaftsschutz und Biodiversität fördern", sagte er im Fernsehbeitrag.

Nötig sei eine vor allem bodenschonendere und an die Natur und das Klima angepasstere Produktion als die heutige. Auch den Erholungswert der Landschaft gelte es zu steigern, führte Rodewald aus.

Ith sagte zur Kritik, er sei sehr zuversichtlich, dass die Naturschutzorganisationen früher oder später zum Verein stossen würden und die Visionen gemeinsam diskutiert werden könnten.

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