Extremsport
Das ist das letzte Video des Bergsteiger-Teams von Cedric Hählen

Das Team des vermissten Aargauer Bergsteigers Cedric Hählen wurde von einem Fernsehsender begleitet. Seit Freitag gibt es von den Bergsteigern kein Lebenszeichen mehr. Der Extrembergsteigerkollege Ueli Steck macht sich dennoch keine Sorge um Hählen.

Simon Binz
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Der Extrembergsteiger Gerfried Göschl, der mit Cedric Hählen aus Hausen unterwegs ist, hat den Privatfernsehsender «ServusTV» bis zur Kommunikationsunterbrechung, aktuell über die Geschehnisse am Gipfel informiert. Mit Videos, Bildern und Text erzählt er vom schwierigen Unterfangen den Gipfel in Pakistan zu erklimmen. Das letzte Video stammt vom Freitag 2. März und zeigt die Bergsteiger beim ersten Gippfelversuch.

Aufgrund eines Sturms, viel Neuschnee und Eis musste das Team den ersten Versuch abbrechen. Danach hätten sie gewartet und gehofft, um den 10. März einen weiteren Gipfelversuch zu starten, schreibt «ServusTV» auf seiner Homepage.

Schlechte Sicht und eiskalt

Am 7. März meldete sich Gerfried Göschl wieder beim Privatsender: «Es ist eiskalt, wir haben schlechte Sicht, aber zum Glück nur wenig Wind. Wir werden um ca. 3.00 Uhr früh aufbrechen, wir hoffen den Gipfel am Nachmittag erreicht zu haben», so Göschl.

Am Donnerstag früh meldete sich Göschl erneut, es ist bis heute das letzte Mal: «Wir befinden uns 450 Höhenmeter unterhalb des Gipfels des Hidden Peak, ich glaube wir schaffen es. Wir kommen sehr langsam voran, da wir das gesamte Material mit uns tragen. Wir wollen den Berg überschreiten und nach Norden absteigen!»

Kommunikationsunterbruch wegen Sonnensturm?

Ob dies gelang ist aufgrund fehlender Kommunikation bis heute nicht klar. Das gesamte Telefon- und Internetnetz ist laut dem pakistanischen Freund und Agenturleiter Muhammad Ali zusammengebrochen, so «ServusTV» weiter. Es wird vermutet, dass dies mit dem Sonnensturm von letzter Woche zusammenhängt.

Ueli Steck: «Das kommt vor»

Der bekannte Extrembergsteiger Ueli Steck (35) kennt den 30-jährigen Cedric Hählen. Sie haben zusammen 2006 den 8.035 Meter hohen Gasherbrum II erklommen. Auf Anfrage von TeleM1 sagt er, dass er sich nicht all zu grosse Sorgen mache. «Solange die Drei ihre Schlafsäcke, und genügend Propan-Gas haben, um Eis zu Trinkwasser zu schmelzen, sollte kein Problem bestehen.» Beim Bergsteigen komme es öfters vor, dass die Kommunikation zusammenbricht.

Bergsteiger Ueli Steck

Bergsteiger Ueli Steck

Christian Murer

Zuletzt wurde das Team mit dem Schweizer Cedric Hählen, dem Österreicher Gerfried Göschl und dem Einheimischen Nissar Hussain von einem polnischen Team am Freitag etwa 200 bis 250 Meter unterhalb des Gipfels gesehen.