Nun ist eingetroffen, was keiner bezweifelt hat: Das Volk hat den Velo-Artikel mit klarer Mehrheit gut geheissen. Zwar passiert nun vorerst nichts, das Parlament muss die Gesetzesgrundlage noch ausarbeiten. Doch die hunderttausenden Personen, die ein Ja einlegten, hoffen darauf, dass die Velowege endlich besser werden. Gerade in den Städten und ihren Agglomerationen ist Velofahren gefährlich. Tramschienen, viele Fussgänger, Busse sowie parkierte und fahrende Autos kommen einander in die Quere. Es fehlt an Übersicht, Unfälle häufen sich – hauptsächlich bei Velofahrern. Das führt unweigerlich dazu, dass viele Personen lieber aufs Velo verzichten.

Dabei liegt in diesen zwei Rädern so viel Potenzial: Sie sind umweltschonend, brauchen wenig Platz und sind gesund – sofern Unfälle vermieden werden können. Ausgewiesene und sichere Velowege sind die Voraussetzung dafür, dass mehr Personen aufs Velo umsteigen. Mit dem klaren Ja hat das Volk einen Grundstein für eine Verbesserung gelegt und den Behörden signalisiert, dass die heutige Infrastruktur ungenügend ist.

Jetzt liegt es an den Städten und Gemeinden, diesen Auftrag anzunehmen und den Verkehr in geordnete Bahnen zu lenken. Das bedeutet: Erstens die nötigen Mittel zu sprechen. Und zweitens auch unbequeme Entscheide zu fällen. Wer sichere Velowege will, muss den Verkehr entflechten. Und das ist im dichten Verkehr der Ballungszentren eine anspruchsvolle Aufgabe, weil es sehr selten einfache Lösungen gibt.