Agglomertionspark
Das Limmattal als Erlebnispark verstehen

Das Projekt Agglopark Limmattal schützt nicht nur Frei- und Erholungsräume – es ist auch Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstseins. Dies sagt der Präsident der Zürcher Planungsgruppe Limmattal.

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Agglomerationspark Limmattal

Agglomerationspark Limmattal

Limmattaler Zeitung

Jürg Krebs

Ja, auch Skeptiker habe es gegeben, sagt Willy Haderer, Präsident der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL). Gemeindevertreter also, welche die Idee Agglopark Limmattal äusserst kritisch betrachtet haben. Dabei steht der Begriff für eine hehre Absicht: in der Region Erholungs- und Freiräume zu sichern und sie somit für die Bevölkerung zu erhalten, die sich einer rasant zunehmenden Überbauung ihres Lebensraumes ausgesetzt sieht.

Mittlerweile jedoch, so Haderer, würden alle Städte und Gemeinden hinter der Idee stehen. Demonstriert haben sie dies am Montagabend mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung (LiZ-Ausgabe von gestern). Am Akt zugegen waren die Regierungsräte Markus Kägi (Zürich) und Peter C. Beyeler (Aargau), sowie die Präsidenten der Planungsverbände von BadenRegio und ZPL und Regierungsmitglieder der Städte und Gemeinden zwischen Zürich und Baden, insgesamt 17 an der Zahl.

Das Ende des «Ruhrgebiets»

Für Willy Haderer ist die Absichtserklärung mehr als ein Bekenntnis zu kreativen raumplanerischen Ideen. Es ist gleichzeitig Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstseins eines Gebiets, das vor Jahren noch aufgrund seiner industriellen Vergangenheit abschätzig als Ruhrgebiet der Schweiz bezeichnet wurde. «Das Limmattal war ohne eigene Identität», so der Kantonsrat und langjährige Gemeindepräsident von Unterengstringen. Die vorherrschenden Prädikate waren «laut» und «städtisch überbaut».

«Diese Zeit ist vorbei», so Haderer auch wenn die Prädikate nicht verschwunden sind. Das Limmattal ist heute als eine der dynamischsten Regionen in vieler Munde. Die negativen Prädikate können mit positiven Stichworten ergänzt werden. «Vielfältiges Wohnen» ist eines von ihnen. Haderer nennt die speziellen Erdhäuser in Dietikon, das geschützte Dorfbild von Weiningen oder die urbanen Stadtprojekte in Schlieren. «Vielfältiges Arbeiten» ist ein weiteres, oder «hohe Mobilität». Letztere sieht Haderer in Gefahr, sollte die Entwicklung in gleichem Mass voranschreiten. Mehr Arbeitsplätze und Einwohner bedeutet mehr Druck auf die Ressourcen und einen Ausbau der Infrastruktur. Schliesslich preist Haderer auch die kulturelle Vielfalt des Tales, wo Klöster (Fahr und Wettingen), ein Bruno-Weber-Park und vieles mehr zu finden sind.

Mit der Idee des Aggloparks soll in den nächsten Jahren erreicht werden, dass Erholungsräume und Freiräume einen grösseren Stellenwert erhalten. Damit soll das Limmattal strukturiert werden. Dies geschieht nicht ohne Hintergedanken, denn Orientierung schafft Identität.

Erlebnis- und Naturpark

Das Limmattal als Park sehen zu wollen, erscheint auf den ersten Blick abwägig. Die Idee ist aber nicht ohne. Es geht darum, die Besonderheiten der Region hervorzuheben, bekannt zu machen - und sinnvoll zu ergänzen. Etwa mit einem ausgebauten Uferweg, mit Flussbädern und Bikeparks, mit Beizen und Erlebnishöfen, mit Wandermöglichkeiten und besonderen Naturgebieten. So wird aus dem Wohn- und Arbeitsgebiet Limmattal, dem einstigen Ruhrgebiet der Schweiz, nach und nach ein Naturpark und ein Erlebnispark. Potenzial ist vielfach und vielfältig vorhanden. Das Projekt Agglopark Limmattal will diese nutzen.