Leuenberger

Das sind die zwei Kronfavoritinnen für Leuenbergers Sitz

Sommaruga und Fehr

Sommaruga und Fehr

Die besten Chancen auf die Leuenberger-Nachfolge haben zwei Frauen aus der Deutschschweiz mit langjähriger Politerfahrung auf nationaler Ebene.

Christof Forster

Eines der Kriterien für die Nachfolge von Moritz Leuenberger ist leicht erfüllbar. Es muss eine Frau oder ein Mann sein: Obwohl diese Anforderung unbedarft daherkommt, ist die Geschlechterfrage nicht ohne Brisanz. Der Parteileitung käme eine Frau für den Deutschschweizer SP-Sitz gelegen. Denn in der Romandie sind die aussichtsreichsten Kandidaten für den Sitz von Micheline Calmy-Rey, die nach ihrem Präsidialjahr Ende 2011 zurücktreten könnte, männlich. Es sei nicht störend, wenn die Partei für eine gewisse Zeit zwei Frauen im Bundesrat habe, sagt SP-Präsident Christian Levrat.

Zum engsten Favoritenkreis zählen die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga und die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr. Beide sind talentierte, unideologische Linke, denen es immer wieder gelingt, Allianzen zu schmieden. Obwohl sie mit ihren Vorstössen zur Gesundheitspolitik jüngst den Gewerkschaftsflügel verärgert hat, ist Fehr in der SP besser verankert als Sommaruga.

Die Konsumentenschützerin markiert regelmässig Distanz zur eigenen Partei, womit sie bei den Bürgerlichen punktet. Doch mit ihrem grossen Einsatz in der UBS- und Finanzkrise hat sie sich in letzter Zeit wieder versöhnt mit der Fraktion. Beide lassen sich nicht in die Karten blicken.
Hinter den beiden Favoritinnen folgt ein breites Feld von Kandidaten mit unterschiedlichen Chancen. Die Aargauerin Pascale Bruderer hat sich mit einer bisher souveränen Leistung als Nationalratspräsidentin in einem schwierigen Sessionsjahr viele Sympathien geholt.

Gegen sie sprechen ihr junges Alter (33) und die fehlende Exekutiverfahrung. Diese sammelt derzeit Urs Hofmann, der 2009 vom Nationalrat in den Aargauer Regierungsrat gewechselt hat. Gebremst wird er allerdings durch das Geschlechter-Handicap, genauso wie der zurücktretende Zürcher Regierungsrat Markus Notter. Der 49-Jährige war 1996 als Nachfolger von Moritz Leuenberger in den Regierungsrat gewählt worden. Bei seiner Rücktrittserklärung vor einem Monat schloss Notter Bundesrats-Ambitionen zwar aus.

Dennoch will ihn die SP des Kantons Zürich zu einer Kandidatur überreden. Auch das urbane Zürich müsse im Bundesrat vertreten sein. Weil aber mit Ueli Maurer bereits ein Zürcher in Bern regiert, dürfte die Bundesversammlung nicht ohne Not einen Zweiten aus demselben Kanton wählen. Auch wird sie kaum einen Regierungsrat wählen, wenn nationale Kandidaten bereitstehen. Das schmälert die Chancen Notters und seiner Amtskollegin Regine Aeppli.

Bereits abgesagt haben die SP-Fraktionschefin Ursula Wyss und der Basler Ständerat Claude Janiak. Noch nicht entschieden hat sich die Basler Ständerätin Anita Fetz. Sie hat wie alle anderen Zeit bis zum 22. Oktober. Bis dann können die Kantonalparteien ihre Kandidaturen melden.

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