Albisgüetli-Tagung

«Das war nackte Gewalt»: SVP-Nationalrat spitalreif geprügelt

Auf dem Weg zur Albisgüetli-Tagung wurde SVP-Nationalrat Hans Fehr zusammengeschlagen. Die Täter waren Linksautonome. Fehr trug eine Platzwunde und eine starke Prellung davon. Er wird gegen die Täter Anzeige erstatten.

Auf dem Weg zur Albisgüetli-Tagung wurde SVP-Nationalrat Hans Fehr zusammengeschlagen. Die Täter waren Linksautonome.

Fehr wurde angegriffen, kurz nachdem er aus dem Auto gestiegen war, als die Demonstranten den Zugang zur Tagung beim Schützenhaus Albisgüetli versperrten.

Im Vorfeld hatten Linksautonome im Internet angekündigt, die Veranstaltung zu stören.

«Schwarze Horde» wurde tätlich

«Eine schwarze Horde» habe ihn an Kopf und Nacken zusammengeschlagen, nachdem sie ihn erkannt hätte, sagte Fehr gegenüber «az».

«Ich bin von Bern zur Tagung gefahren», berichtete er. «Kurz vor dem Albisgüetli konnte ich mit dem Auto nicht mehr weiter fahren, weil die Polizei um die Demonstranten einen Kordon bildete.»

Er parkierte das Auto auf dem Trottoir und wollte zu Fuss zum Tagungsgebäude gehen.

Diagnose im Spital: Starke Prellung

Dann hätten ihn einige Personen erkannt und seien «blitzschnell» auf ihn gestürzt. «Ich bekam Schläge auf den Kopf und den Nacken. Dann stürzte ich auf den Boden und wurde mit Füssen traktiert. Ich schützte mich mit den Händen.»

Sofort hätten sich aber Frauen um ihn gebildet und den Angreifern zugeschrien: «Hört sofort damit auf!»

Schützenhaus Albisgüetli

Fehr begab sich danach ins Triemli-Spital, da er auf der linken Seite des Brustkorbs einen stechenden Schmerz verspürte.

Die Untersuchung ergab, dass nichts gebrochen ist sondern es sich um eine starke Prellung handelt. «Es geht mir den Umständen entsprechend gut», sagte Fehr erleichtert.

Fehr wird Anzeige erstatten

Der Nationalrat wird bei der Polizei Anzeige erstatten. «Das war die nackte Gewalt, so etwas habe ich noch nie erlebt», sagte er «az». Er gehe nicht mehr an die Tagung, er wolle den Anlass nicht «zweckentfremden».

Bei der SVP herrschte darüber Konfusion. Kantonalpartei-Sekretär Yves Gadient meinte gegenüber «az», Fehr kehre nach der Spitalbehandlung im Verlauf des Abends an die Tagung zurück.

Demonstration war nicht bewilligt

Etwa 50 Linksautonome veranstalteten auf der Höhe des Strassenverkehrsamtes, unweit des Albisgüetli Schützenhauses, eine Demonstration und skandierten Anti-SVP-Parolen.

Dies bestätigte der Zürcher Stadtpolizei-Pressesprecher René Ruf gegenüber «az». Wenig später eskalierte die Lage. Dabei wurde auch der Tram- und Busbetrieb behindert.

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort, hinderte die Demonstranten am Zugang zur Tagung und forderte die Personen auf, die unbewilligte Demonstration abzubrechen.

Polizei setzte Tränengas ein

Das geschah nicht und die Polizeibeamten lösten die Demo daraufhin mit Tränengas auf. Die Leute verteilten sich anschliessend bei der Üetlibergstrasse weiter nach unten Richtung City und errichteten eine Strassenbarrikade.

Nach Prügel-Attacke auf Nationalrat Hans Fehr: Parteikollegen und Gegner sind schockiert

Nach Prügel-Attacke auf Nationalrat Hans Fehr: Parteikollegen und Gegner sind schockiert

Danach zündeten sie die Sperre an, wie Stapo-Pressesprecher René Ruf gegenüber «az» bestätigte. Die Demonstranten lieferten sich danach mit der Polizei noch kleinere Scharmützel.

Calmy-Rey: «So geht das nicht!»

Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey, die an der Tagung als Gast auftrat, verurteilte in ihrer Rede die Attacke auf den SVP-Nationalrat entschieden. «So geht es nicht! Wir sind hier, um mit Worten zu kämpfen, nicht mit Fäusten», sagte sie. Für dieses Statement erntete sie Applaus.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1