Von Patrick Furrer

Ab dem 1. November kann niemand mehr mit der Sesselbahn auf den Weissenstein fahren, denn die Betriebsbewilligung läuft aus. Damit bekommt das Kurhaus ernsthafte Probleme. Zwar laufen die Buchungen laut Pächter Heinz Blattmann derzeit noch «fantastisch» - ganz anders sieht aber die Prognose für den bevorstehenden Winter aus, wenn die Bahn geschlossen ist. Einbussen bei den Gästezahlen sind im Kurhaus vorprogrammiert.

Eine neue Bahn gibt es auch nicht so schnell, denn bisher wurde weder das Plangenehmigungsverfahren abgeschlossen noch hat der Bund die kantonale Richtplanänderung gutgeheissen. Das Pächterpaar Blattmann und Brigit Leicht fürchten, dass sie bis Anfang nächsten Jahres vor dem Konkurs stehen, falls jetzt nichts geschieht.

Erschwerend kommt hinzu, dass es nicht möglich ist, als Übergangslösung die Passstrasse über die Wintermonate offen zu halten, wie Rudolf Schluep, Leiter des kantonalen Strasseninspektorats, bestätigt. «Die Räumung und Öffnung wird im gleichen Rahmen wie früher gehandhabt.» Das heisst, die Strasse wird von den Bauern auf dem Weissenstein vom Schnee geräumt, woran sich der Kanton zu einem grösseren Teil finanziell beteiligt. Befahren darf sie nur, wer dafür eine Ausnahmebewilligung hat. Erst müsste die Passstrasse saniert werden, vorher sei eine generelle Öffnung aus Sicherheitsgründen nicht denkbar.

Die Zeit drängt. Deshalb finden in den nächsten Wochen Verhandlungen zwischen den Kurhauspächtern und der Vermieterin, der Kurhaus Weissenstein AG, statt. Ein neuer Vertrag soll ausgehandelt werden. «Wir wollen uns hier oben weiterengagieren», erklärt Blattmann, «aber dafür müssen wir das Ganze auf andere Beine stellen.»

Was genau das heisst, verraten die Pächter nicht, dafür sei es noch zu früh. Klar scheint jedoch, dass sich die Konditionen für Blattmann und Leicht bessern müssen, sofern das Kurhaus weiterhin das ganze Jahr über geöffnet bleiben soll. Gemäss dem Verwaltungsratspräsident der Kurhaus Weissenstein AG, Josef Ingold, soll aber lediglich über die Höhe des Mietzinses verhandelt werden. Doch derzeit sei noch alles offen. Lieber wäre Ingold, man würde erst noch das Ende der laufenden Verfahren abwarten.

Um die Gespräche voranzutreiben, hat sich neu Tourismusdirektor Jürgen Hofer eingeschaltet und das Gespräch mit den Pächtern gesucht. Bis spätestens Ende September soll ein runder Tisch zustande kommen, an dem mindestens das Pächterpaar und Verwaltungsratspräsident Josef Ingold teilnehmen. Hofer amtet offenbar als eine Art Vermittler. «Es geht darum, die bestmögliche Lösung in einer schwierigen Zeit zu finden», so Hofer.

Der neue Vertrag soll die Zukunft des Kurhauses für die nähere Zukunft sichern. Zu erwarten ist allerdings, dass die Aushandlung der Konditionen noch einiges zu reden geben wird. Für die Kurhauspächter ist klar, dass die bisherigen Bedingungen zu risikoreich sind. Ein finanzielles Polster, um den Winter zu überbrücken, konnte man sich nicht erarbeiten, und hat nun erst recht keine Zeit mehr, um zu warten.