Alkoholkonsum

Der neuste Schrei: Mit «Wodka-Tampons» zum Vollrausch

In hochprozentigen Alkohol getränkte Tampons. (Symbolbilder)

Nicht ungefährlich

In hochprozentigen Alkohol getränkte Tampons. (Symbolbilder)

Es ist der neuste Schrei: In Deutschland holen sich Jugendliche eine Vergiftung mit in Alkohol getränkten Tampons. In der Schweiz sind bislang keine Fälle bekannt. Dennoch schlagen Ärzte und Experten bereits Alarm.

In Deutschland ist bei Jugendlichen ein neuer Trend aufgekommen, einen Vollrausch zu erhalten: Junge Frauen tränken Tampons in Wodka und führen diese danach vaginal ein. Auch männliche Jugendliche haben sich auf diesen Trend teilweise schon eingelassen und verwenden den mit Alkohol aufgesaugten Tampon anal. Dadurch wollen sich die Jugendlichen das Trinken teurer Drinks sparen und dennoch einen Vollrausch haben.

Alkoholvergiftung in kürzester Zeit

Die Fälle nehmen in Deutschland stark zu. «Bizarr und extrem gefährlich» beschreiben deutsche Ärzte den neuen Trend. Tatsächlich soll damit nicht zu spassen sein: Der Alkohol gelangt so in kürzester Zeit in die Blutbahnen. So mussten Jugendliche nach kurzer Zeit mit Alkoholvergiftungen in Spitalpflege, schreibt das deutsche Onlineportal e-newschannel.

Die Gefahr einer Vergiftung ist äusserst hoch, weil etwa die Menge nicht wie beim Trinken dosiert werden kann. Auch Warnsignale des Körpers, wie zum Beispiel Übelkeit oder Schwindel, sollen bei dieser Art von Alkoholkonsum ausbleiben.

Gynäkologe warnt: «Äusserst gesundheitsschädlich»

Deutsche Ärzte standen dabei lange Zeit vor einem Rätsel: Sie waren verwundert, dass Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert werden, obwohl bei ihnen kein Tropfen Alkohol im Magen gefunden wurde. Als sie den neusten Trend realisierten, schlugen die Ärzte Alarm. Sie warnen vor Nebenwirkungen und Langzeitschäden.

Auf Anfrage der az bestätigen dies auch Schweizer Ärzte: «Die Schleimhäute sind sehr empfindlich. Die erste Folge ist eine Rötung, dann folgt eine Austrocknung der Schleimhäute bis hin zu einer Verätzung. Da kann es unter Umständen Löcher in die Schleimhäute geben», erklärt Nick Hauser, Leitender Arzt der Frauenklinik im Kantonsspital Baden, und betont: «also äusserst gesundheitsschädlich».

In der Schweiz sind solche Fälle bislang nicht bekannt. Das bestätigen das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Gynäkologen gegenüber az. Trotzdem ist die Gefahr gross, dass dieser Trend in die Schweiz noch überschwappt. «Gut möglich, dass es sich hier verbreitet», glaubt Herbert Willmann, Leiter der Fachstelle für Suchtprävention und warnt ebenfalls vor schädlichen Nebenwirkungen.

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