Schweiz

Der pragmatische Linke Hans Stöckli krönt seine Karriere

Hans Stöckli hat wiederholt den 100-Kilometer-Lauf von Biel  absolviert.

Hans Stöckli hat wiederholt den 100-Kilometer-Lauf von Biel absolviert.

Mit Hans Stöckli wird ein leidenschaftlicher Ständerat neuer Präsident, der nie um einen Spruch verlegen ist.

(sda/dk) Ausdauer 67-jährig ist Hans Stöckli. «Ein alter weisser Mann», wie er selbstironisch sagt. Doch einer, der immer noch begeistern kann. Auch nach 40 Jahren in der Politik. 1979 trat der Sozialdemokrat in den Bieler Stadtrat ein. 1984 wurde er in den Gemeinderat gewählt und 1990 zum Stadtpräsidenten. 20 Jahre übte er dieses Amt aus. 2002 wurde er auch bernischer Grossrat und 2004 Nationalrat. Seit 2011 vertritt er Bern im Ständerat.

Doch es fehlte nicht viel, und der Jurist hätte die Ehre des Ratspräsidiums verpasst. Stöckli schrieb vor dem zweiten Ständeratswahlgang im Kanton Bern eine Abschiedsrede für den Fall der Fälle. Er war sich bewusst, dass sein Sitz im Zug der grünen Welle und des Vormarsches der Frauen gefährdet war. In der Stichwahl schlug er die Grüne Regula Rytz aber dann doch recht klar und holte auch den ersten Platz vor Werner Salzmann (SVP). Seinen Wahlkampf führte Stöckli mit der Ausdauer eines Sportlers, der wiederholt den 100-Kilometer-Lauf von Biel absolviert hat. Vor den Wahlen gab Stöckli an, er wolle in der neuen Legislatur sein Engagement für einen starken Rechtsstaat, eine offene Schweiz und eine gute Gesundheitsversorgung fortsetzen.

Hans Stöckli bezeichnete Biel als seine «Mätresse», für die er alles tue. Als Stadtpräsident setzte er sich vehement für die Expo.02 ein, welche in Biel präsent war.

Stöckli ist ein Politiker, der immer wieder für einen guten Spruch sorgt. Er gilt auch als pragmatisch. Sein abtretender Berner Ständeratskollege Werner Luginbühl (BDP) sagt über ihn, er sei ein «überdurchschnittlich engagierter, ja leidenschaftlicher Kollege». In seinem Präsidialjahr will Stöckli die politische Bildung stärken. «Denn, die Demokratie fällt nicht vom Himmel», pflegt er zu sagen.

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