Sozialhilfekosten
Die Kosten für die Sozialhilfe sind wieder gestiegen

Die Kosten für die Sozialhilfe sind 2016 wieder etwas stärker angestiegen als im Vorjahr. Total gab die öffentliche Hand mehr als acht Milliarden Franken für die Armutsbekämpfung aus - 2,6 Prozent mehr als 2015.

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Armut bekämpfen: Die öffentliche Hand gab 2016 wieder mehr aus für die Sozialhilfe. (Symbolbild)

Armut bekämpfen: Die öffentliche Hand gab 2016 wieder mehr aus für die Sozialhilfe. (Symbolbild)

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Die Ausgaben für die eigentliche wirtschaftliche Sozialhilfe erhöhten sich um 3,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. 2015 hatte die Zunahme noch bei 2,1 Prozent gelegen, 2014 bei 5,6 Prozent.

Das BFS führt den Anstieg vor allem auf die Zunahme der Anzahl unterstützter Personen zurück. Im Schnitt erhielt jeder und jede der 273'000 Empfänger und Empfängerinnen 9961 Franken, 1,0 Prozent mehr als 2015.

Anstieg auch bei Sozialhilfe

Bund, Kantone und Gemeinden zahlten im Jahr 2016 insgesamt 8,2 Milliarden Franken für bedarfsabhängige Leistungen an sozial Schwache. Auch bei dieser Sozialhilfe im weiteren Sinn nahm das Ausgabenwachstum mit 2,6 Prozent wieder stärker zu als im Vorjahr (1,9 Prozent).

Auf die wirtschaftliche Sozialhilfe entfällt rund ein Drittel der Sozialhilfe im weiteren Sinn. Den grössten Posten machen mit 4,9 Milliarden und einem Anteil von 60 Prozent die Ergänzungsleistungen (EL) aus. Die übrigen Leistungen wie Alters- und Invaliditäts- sowie Arbeitslosen-, Familien und Wohnbeihilfen umfassen nur knapp 7 Prozent der Ausgaben.

Auch bezogen auf die Bevölkerung stellt das BFS eine Zunahme des Ausgabenwachstums bei der Sozialhilfe im weiteren Sinn fest. Betrugen die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben pro Einwohnerin und Einwohner im Jahr 2015 noch 958 Franken (+0,8 Prozent), stiegen sie im Jahr 2016 auf 972 Franken an (+1,4 Prozent).

Stabile Finanzierungsanteile

2016 wurden 44,6 Prozent der Ausgaben für Sozialhilfe durch die Kantone getragen. 36,8 Prozent übernahmen die Gemeinden, und 17,9 Prozent finanzierte der Bund. Gegenüber den Vorjahren veränderten sich diese Anteile nur gering um jeweils weniger als einen Prozentpunkt.