Gleichstellung

Dienststelle für Transmenschen in der Schweizer Armee

Militärärzte sind aktuell mit durchschnittlich 18 Transsexualitätsdiagnosen pro Jahr konfrontiert. (Symbolbild)

Militärärzte sind aktuell mit durchschnittlich 18 Transsexualitätsdiagnosen pro Jahr konfrontiert. (Symbolbild)

In der Schweizer Armee kümmert sich eine neue Dienststelle seit Kurzem um die Integration von Transmenschen. Zahlenmässig sind diese Fälle zwar tief, aber die Armee will damit damit das Vertrauen der Gesellschaft in die Institution Militär festigen.

Armeesprecher Stefan Hofer bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht der "SonntagsZeitung". Seit Anfang April sei eine Person angestellt, die sich neben dem Umgang mit sprachlichen Minderheiten und Religionen auch um das Thema Transsexualität kümmere.

Militärärzte sind aktuell mit durchschnittlich 18 Transsexualitätsdiagnosen pro Jahr konfrontiert. Trotz der geringen Anzahl ist das Diversity Management laut Hofer wichtig, um das Thema einheitlich zu behandeln, Vorurteile abzubauen und Diskriminierungen zu verhindern.

Zwar gilt gemäss bestehendem Armeereglement Transsexualität nach wie vor als Grund, diese Menschen als dienstuntauglich zu erklären. In der Praxis hat sich die Armee aber unterdessen den gesellschaftlichen Realitäten angepasst. Den Bann gebrochen hatte 2013 ein Armeeangehöriger, der ursprünglich als Mann hunderte Diensttage absolviert und sich nach einer Geschlechtsumwandlung erfolgreich für einen friedensfördernden Einsatz im Kosovo gemeldet hatte.

Gemäss Zeitungsbericht plant die Eidgenössische Kommission für Jugend- und Rekrutenbefragung (ch-x), in der auch die Armee vertreten ist, ab 2020 eine umfassende Erhebung. Dabei soll auch eine Frage zum gefühlten Geschlecht integriert werden.

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