Nur die SVP, die überwiegende Mehrheit der Lega dei Ticinesi sowie zwei Vertreter der Grünen votierten für ein Betverbot.

Ghiringhelli erklärte nach der Debatte, er werde «zu 90 Prozent eine Volksinitiative» lancieren, frühestens im März 2020. Der 66-jährige Petitionär aus Losone verweist auf eine Passage im islamischen Gebet, in welcher von Menschen die Rede ist, mit denen Gott zürnt und die auf dem Irrweg sind. Damit seien die Juden und die Christen gemeint.

Für Ghiringhelli enthalten diese Worte implizite Hassbotschaften. Er stützt sich bei dieser Interpretation auf Sami Aldeeb. Der Schweizer Autor mit palästinensischen Wurzeln ist ein anerkannter Experte für islamisches Recht.

Bald auf nationaler Agenda

Die meisten Redner, die im Kantonsrat gegen ein Gebetsverbot votierten, sprachen von einem «Nichtproblem». Im Kanton Tessin würden höchst selten Muslime im öffentlichen Raum den Gebetsteppich ausrollen und sich nach Mekka beugen.

Das Thema Gebetsverbot kommt bald auf die nationale politische Agenda. Voraussichtlich in der kommenden Frühlingssession wird der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner einen entsprechenden Vorstoss einreichen.