Katastrophe

Einsatzkräfte des Kantons Aargau übten die Zusammenarbeit im Katastrophenfall

Schwerverletzte, Leichtverletzte, Verwirrte – den Rettungskräften bot sich ein schreckliches Bild, als sie auf dem «Schadenplatz» bei der Klinik Barmelweid eintrafen. Ein Szenario, das zum Glück nur gestellt war.

Hanny Dorer

«Sepp, Sepp, wo bist du?» schreit eine Frau. Überall liegen «Verletzte» herum, stöhnend und hustend, nach Hilfe rufend, vor Schreck zitternd oder reglos im Schockzustand verharrend. Die Figuranten spielen ihre Rollen hervorragend, und ihre Verletzungen sind täuschend echt moulagiert.

Was ist geschehen? Laut Übungsanlage hat es im Neubau der Barmelweid eine starke Explosion gegeben, Ursache unbekannt. Teile des Gebäudes sind eingestürzt und es steht im Vollbrand. 5 Personen werden vermisst, 15 sind schwer, etwa 40 leicht verletzt, 10 Personen sind traumatisiert.

Grosse Herausforderung

Übungsort war die Baustelle des neuen Klinikgebäudes. Hauptproblem für die Einsatzkräfte war die grosse Anzahl von Patienten und die beschränkte Zufahrtsmöglichkeit. Sehr rasch organisierte man sich: Feuerwehrleute betreuten Leichtverletzte und Verwirrte, Rettungssanitäter führten eine Pre-Triage durch, damit die «Schwerverletzten» zuerst evakuiert werden. Auf dem Parkplatz wurde ein Triage-Zelt aufgebaut, die Mobile Sanitätshilfsstelle und der Sanitätscontainer wurden in Betrieb genommen und konnten schon bald die ersten «Patienten» aufnehmen und für den Transport ins Spital vorbereiten.

Fazit: «Übung erfüllt»

«Grundsätzlich sind die allgemeinen Ziele in allen Teilen erfüllt worden», zog Übungsleiter Andreas Schmid nach der Übung ein positives Fazit. Sowohl die Logistik, die vom Zeughaus Aarau aus betrieben wurder, als auch die Zusammenarbeit zwischen Rettungssanität, Samariter Leiter Funktionären, Feuerwehr und Care Team Aargau habe perfekt funktioniert. «Ich bin erfreut festzustellen, was in den letzten Jahren alles erreicht wurde und beruhigt, dass wir für den Ernstfall gerüstet sind», sagte Schmid.

Auch der Zweck einer Übung, Mängel aufzudecken, wurde erfüllt. «Gewisse Dinge können jetzt optimiert werden», stellte Schmid fest. So wird man in Zukunft Zivilschutzangehörige noch mehr als Zudiener für andere Dienste ausbilden. «Zum Beispiel zum Decken holen oder Transporte organisieren, damit sich die Fachkräfte auf ihre Grundaufgabe konzentrieren können.»

Erstmals im Verbund getestet wurde das Polycom-Funksystem. «Gewisse Kodierungen waren nicht aufeinander abgestimmt - im Ernstfall wäre das tragisch gewesen», wies Schmid auf einen Mangel hin, den es nun zu beheben gilt.

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