Wahlen 2019

Entgegen allen Prognosen – die CVP bleibt sehr stabil

CVP-Präsident Gerhard Pfister ist «durchaus zufrieden» mit den Resultaten, welche die CVP in den Wahlen 2019 erzielte.

CVP-Präsident Gerhard Pfister ist «durchaus zufrieden» mit den Resultaten, welche die CVP in den Wahlen 2019 erzielte.

Ihr waren ein Wähleranteil von unter zehn Prozent und zwischen sieben und zehn Sitzverluste im Nationalrat prophezeit worden. Doch die CVP schlägt sich besser, als alle dachten. Sie verliert nur 0,2 Prozentpunkte und drei Sitze.

«Durchaus zufrieden mit den Resultaten» sei er, sagte CVP-Präsident Gerhard Pfister an der Medienkonferenz unmittelbar vor der dritten SRF-Hochrechnung. «Vor allem angesichts der Prognosen, die uns sieben bis zehn Sitzverluste und teilweise einen Wähleranteil von unter zehn Prozent vorhersagten.»

Die CVP wurde – nach Grünen und Grünliberalen – zur dritten positiven Überraschung der Wahlen 2019: Sie blieb sehr stabil, verlor nur gerade 0,2 Prozentpunkte und liegt mit einem Wähleranteil von 11,4 Prozent praktisch auf der Höhe von 2015. Sie verlor aber drei Nationalratssitze.

CVP-Pfister: "Dass wir nur noch Nummer 5 sind, nehme ich so zur Kenntnis"

CVP-Pfister: «Dass wir nur noch Nummer 5 sind, nehme ich so zur Kenntnis»

Die CVP verlor von allen Bundesratsparteien am wenigsten. Parteipräsident Gerhard Pfister ist deshalb mit dem Resultat "durchaus zufrieden". Was eine allfällige neue Sitzverteilung im Bundesrat anbelangt, sieht er die CVP nicht gefährdet.

Ein historischer Tag im Kanton Uri

«Wir sind die Bundesrats-Partei, die am Besten abgeschnitten hat», sagte Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter. Sie führt das darauf zurück, dass die CVP «eine sehr glaubwürdige Klima- und Umweltpolitik macht», wie sie betont: «Wir sind das Original. Wir waren es, die 1971 die Umweltpolitik in die Bundesverfassung brachten.»

Heidi Z'graggen, neue Urner Ständerätin und Simon Stadler, neuer Nationalrat, feiern bei der CVP Erstfeld.

Heidi Z'graggen, neue Urner Ständerätin und Simon Stadler, neuer Nationalrat, feiern bei der CVP Erstfeld.

Der Wahltag begann für die CVP schon kurz nach dem Mittag mit guten Nachrichten. Im Aargau gewann die CVP einen Sitz hinzu. Marianne Binder, die kantonale Präsidentin, hat ihn geholt. Und im Kanton Uri schnappte JCVP-Vertreter Simon Stadler der SVP den Nationalratssitz weg. Auch in den Ständerat entsendet die Urner Bevölkerung eine CVP-Vertreterin: Regierungsrätin Heidi Zgraggen. Damit hält die CVP wieder zwei Urner Parlamentssitze. Erstmals seit 1914.

In St. Gallen 2,2 Prozent zugelegt, aber Sitz verloren

Die CVP verlor aber auch fünf Nationalratssitze. Im Kanton St. Gallen wurde Thomas Ammann abgewählt, obwohl die CVP dort um 2,2 Prozent zulegte. Alleine die Junge CVP hat sich von 26 843 auf 38 064 Stimmen gesteigert, wie JCVP-Präsidentin Sarah Bünter sagte. Die CVP verlor auch je einen Sitz in den Kantonen Zürich, Wallis und Waadt. Und sie verlor den CSP-Sitz von Karl Vogler im Kanton Obwalden um nur gerade 85 Stimmen.

Auch wenn SRF um 20 Uhr die zweite Umfragewelle von plus 0,2 in minus 0,2 Prozentpunkte umwandelte, bleibt die CVP deutlich über den Prognosen der SRG-Wahlumfrage, die ihr einen Verlust zwischen 0,3 und 1,4 Prozentpunkte prophezeit hatte.

Das Erfolgsmodell der vielen Listen

Klar ist damit: Die Listenvielfalt der CVP war ein Erfolg. Die Partei stellte alleine 77 von total 511 Listen, die für die Nationalratswahlen 2019 in der Schweiz gemeldet wurden. Das entspricht 15 Prozent.

«Wir bleiben die stärkste Mitte-Partei im Nationalrat», sagte Präsident Pfister. «Und wir haben auch im Ständerat gute Aussichten, dass unsere starke Position bestehen bleibt.» Die CVP entscheide, in welche Richtung die Vorlagen in der Schweiz künftig gehen werden.

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Autor

Othmar von Matt

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