Coronavirus

«Es ist die Rückkehr zu einer kompletten Normalität»: Schweiz und Italien feiern offene Grenzen

Ignazio Cassis und Luigi Di Maio treffen sich an der Grenze in Chiasso

Schutzmasken und Ellenbogen-Gruss: Ignazio Cassis und Luigi Di Maio treffen sich an der Grenze in Chiasso.

Die Grenzen sind in Italien schon seit dem 3. Juni offen und in der Schweiz seit Montag auch. Besonders für den Tourismus ist das wichtig.

Die beiden Aussenminister der Schweiz und Italiens haben sich am Dienstagvormittag am Grenzübergang Chiasso-Brogeda getroffen, um die seit Montag vollständig und beidseitig geöffnete Grenzen zu «feiern». «Es ist der Rückkehr zu einer kompletten Normalität», sagte der Direktor des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Ignazio Cassis.

Durch die Coronakrise und die Freiheitseinschränkung habe man erst wirklich gemerkt, was eine offene Grenze bedeute. Sein italienischer Amtskollege Luigi Di Maio, zeigte sich ebenfalls zufrieden, dass der freie Personenverkehr in beide Richtungen wiederhergestellt ist.

Die beiden Minister trafen sich nach dem Ortstermin am Grenzübergang zu einem Gespräch unter vier Augen im ehrwürdigen Museum Vela in Ligornetto. In einer anschliessenden Medienkonferenz verteidigte Di Maio die einseitige Öffnung der Grenzen seines Landes, die bereits am 3.Juni stattgefunden hat. Aus epidemiologischer Sicht sei dies möglich gewesen. Man habe die Grenzen als erstes Land Europas geschlossen und dann auch als erster Land wieder geöffnet. Erheblich war für diesen Entscheid der Tourismus. «Wir wollten zeigen, dass Touristen nun in aller Sicherheit Italien besuchen können», so Di Maio.

«Caro Luigi, «Caro Ignazio»

Ignazio Cassis wollte offenbar kein Geschirr zerschlagen, da die beiden Minister mehrfach die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern erwähnten. «Es gibt auch innerhalb der EU beziehungsweise Schengen-Staaten eine gewisse Autonomie, was die Grenzöffnungen von Italien und Österreich zeigen», so EDA-Vorstehen Cassis. Vor gut zwei Wochen war dieser Schritt Italiens von Bundesrätin Karin Keller-Sutter als verfrüht kritisiert worden.

Die Minister sprachen sich mit Vornamen an, «Caro Luigi, «Caro Ignazio». Wegen der Corona-Pandemie begrüssten sie zuerst mit Maske und am Ellbogen, hielten die Medienkonferenz dann aber ohne Maske ab. Gemäss EDA sollte der Besuch die Entspannung nach der Coronakrise zu unterstreichen.

Meistgesehen

Artboard 1