Während in ihrer Heimat täglich Menschen getötet werden, fühlen sich die in der Schweiz lebenden Syrer mit ihren Sorgen und Ängsten allein gelassen. Die Öffentlichkeit, so klagen sie, stehe der nun schon mehr als 11 Monate dauernden Gewalt zunehmend gleichgültig gegenüber.

Exilsyrer unterstützen die Revolution in ihrer Heimat vorbehaltlos. «Schlimmer als unter Baschar al-Assad kann es nicht mehr werden», sagen sie. Allerdings beklagen sie die mangelnde Unterstützung des Westens. In Libyen habe man schneller eingegriffen, lautet ihr Vorwurf.

Hat Assad sein Geld bereits abgezogen?

Auch die Schweiz müsse mehr tun, um die Gewaltherrschaft Assads zu beenden, fordern die Exil-Syrer und appellieren an den Bundesrat, endlich tätig zu werden. Sie kritisieren insbesondere, dass nur ein Teil der auf Schweizer Banken lagernden syrischen Vermögen gesperrt worden sei. Tatsächlich sind derzeit etwa 45 Millionen Franken gesperrt, Ende 2010 lagen auf Schweizer Konten jedoch noch ungefähr 1,5 Milliarden Franken.

Geldwäschereiexperten vermuten allerdings, dass der Clan des syrischen Staatschefs Assad den Grossteil seiner Gelder bereits aus der Schweiz abgezogen habe. Auch Parlamentarier nehmen den Bundesrat in Schutz. Was in Syrien passiere, sei eine Katastrophe, doch die Schweiz könne nicht viel machen, sagt etwa die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin.

Die Krise in Syrien hat unterdessen ein Ausmass angenommen, dass Jakob Kellenberger, Präsident des Internationales Komitees vom Roten Kreuz, gestern eine tägliche Feuerpause von zwei Stunden forderte, um die Verletzten und Kranken versorgen und abtransportieren zu können.