Der Dachverband Komplementärmedizin ist optimistisch, dass der Volksentscheid umgesetzt wird, sieht sich aber noch nicht am Ziel, wie Co-Präsident Lukas Rist sagte. Noch stünden die Verhandlungen über die Leistungsverordnung an. Es gehe um die Frage, wie genau die fünf Methoden in die Grundversicherung aufgenommen würden.

Provisorium als Wermutstropfen

Froh ist Rist auch, dass das Departement des Innern (EDI) zwischen den fünf ärztlichen Methoden nicht differenziert hat. Der Wermutstropfen sei das Provisorium, also der geforderte dritte Nachweis, dass sie die Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) erfüllten, sagte Rist zur Naschrichtenagentur SDA.

Im Sinn der Gleichbehandlung und auch der gesetzlichen Grundlage wünscht sich Rist, dass auch Methoden der Schulmedizin regelmässig überprüft werden.

Freude auch bei der Union schweizerischer komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen: Präsident Hansueli Albonico attestierte Bundesrat Didier Burkhalter ein sorgfältiges Vorgehen. Die Union habe nichts dagegen, die WZW-Kriterien noch einmal auf den Punkt zu bringen und sei überzeugt, noch bestehende Lücken füllen zu können.

Santésuisse: "Politisch"

Der Krankenkassen-Dachverband santésuisse nennt den Entscheid des EDI "politisch", wie Sprecherin Françoise Tschanz ausführte. Die gesetzte Frist von sechs Jahren erlaube es den Beteiligten, zu klären, welche Kriterien berücksichtigt werden sollten. Weiter kommentieren wollte der Verband den Entscheid am Mittwoch nicht.

Die Stiftung SPO Patientenschutz ist zufrieden. Immerhin würden die fünf Methoden probeweise wieder von der Krankenkasse übernommen, sagte Präsidentin Margrit Kessler. "Nicht ganz richtig ist, dass sie in Bezug auf Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erneut geprüft werden sollen."

De Haller: "Pragmatisch und vernünftig"

FMH-Präsident Jacques de Haller nannte den Entscheid pragmatisch, vernünftig und adäquat. Das Gesetz und der Volkswille würden respektiert. De Haller gab sich überzeugt, dass die Krankenkassenprämien deswegen nicht steigen. "Im Gegenteil, denn diese medizinischen Fachrichtungen sind weniger teuer und verhindern gewisse andere Konsultationen."