Tessin

Gemeindepräsidenten fordern Schliessung von Gotthard und San Bernardino

Im Tessiner Malcantone hat man mitten in der Pandemie keine Ressourcen, um auch sich auch noch um Touristen aus der Deutschschweiz zu kümmern.

Im Tessiner Malcantone hat man mitten in der Pandemie keine Ressourcen, um auch sich auch noch um Touristen aus der Deutschschweiz zu kümmern.

In einem Zeitungsinserat fordern Gemeindepräsidenten des Malcantone, dass Ferienhausbesitzern die Einreise ins Tessin verwehrt wird.

In den letzten Tagen hat der Tessiner Staatsrat wiederholt Appelle an die Deutschschweizer lanciert, an Ostern bitte nicht ins Tessin zu kommen. Der kantonale Gesundheitsdirektor Raffaele De Rosa befürchtet, dass die Gäste ennet des Gotthards das Tessiner Gesundheitssystem zusätzlich belasten könnten, falls ihnen etwas zustösst.

Noch weiter gehen die Gemeindepräsidenten des Malcantone, einer Region nahe Lugano. Sie haben am Donnerstag eine Anzeige in der Tageszeitung «Corriere del Ticino» geschaltet, in der sie ein Verbot der Zufahrt zum Tessin von Norden fordern, namentlich vom Gotthard- und San-Bernardino-Tunnel.

Ticino Turismo hat ein Video produzieren lassen, das über die sozialen Netzwerke verbreitet wird. Die Nachricht lautet: «Bleibt im Moment zu Hause; kommt zu einem späteren Zeitpunkt.» Angelo Trotta, Direktor von Ticino Turismo, sagt zur Kampagne: «Es ist sehr hart für uns, eine solche Message zu verbreiten, denn es ist das genaue Gegenteil von dem, was wir uns eigentlich wünschen.» Doch in der momentanen Krisensituation gebe es keine andere Möglichkeit.

Hotels, Campingplätze, Restaurants und Geschäfte sind geschlossen. Es herrscht keine Ferienstimmung. Auch Zweitwohnungsbesitzer werden eindringlich aufgefordert, über Ostern nicht in ihre Ferienwohnungen oder Ferienhäuser im Süden zu kommen. Ein Verbot gibt es nicht, aber in der jetzigen Situation sei dieses Verhalten angezeigt, sagte auch Bundesrätin Karin Keller-Sutter am Mittwoch vor den Bundeshausmedien.

Einzelne Gemeinden mit sehr hohem Anteil von Ferienwohnungen, beispielsweise Brissago, haben an die Besitzer der Ferienwohnungen einen Brief geschrieben, über Ostern nichts ins Tessin zu kommen. Es ist eine Bitte, «um die Gesundheit aller zu erhalten, einschliesslich unserer willkommen Gäste nördlich der Alpen,» heisst es in dem Schreiben, das auf Italienisch und Deutsch verfasst ist. Für Zweitwohnungsbesitzer, die trotz aller Bedenken trotzdem ins Tessin reisen, besteht eine behördliche Meldepflicht.

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