Unwetter

Gewitter in Zentralschweiz: Eine Person in Obwald in Lebensgefahr++ Auf dem Pilatus Windspitzen von 161 Kilometer Pro Stunde

Schweizweit wurden fast 20'000 Blitzschläge registriert

Schweizweit wurden fast 20'000 Blitzschläge registriert

Das Gewitter vom Samstagabend hat vor allem die Zentralschweiz stark erschüttert. Bei der Kantonspolizei Luzern gingen rund 100 Schadensmeldungen ein.

Ein heftiges Gewitter ist von Westen her über die Zentralschweiz gezogen. Mancherorts kam es zu Stromausfällen. Das Zelt des Circus Knie ist beschädigt. Und die Feuerwehren räumen überall umgeknickte Bäume aus dem Weg.

Bereits gestern warnte Meteo Schweiz vor Gewittern, die am Samstag über die Zentralschweiz ziehen.

Am Samstagvormittag haben sich erste Gewitterzellen über der Westschweiz entladen.

Am Nachmittag zogen die teils heftigen Gewitter über Basel, Bern und Luzern Richtung Osten und erreichten ca. 15 Uhr die Zürichseeregion.

Schweizweit wurden fast 20'000 Blitzschläge registriert

Schweizweit wurden fast 20'000 Blitzschläge registriert

Das Gewitter vom Samstagabend hat vor allem die Zentralschweiz stark erschüttert. Bei der Kantonspolizei Luzern gingen rund 100 Schadensmeldungen ein.

Nach Sturm im Kanton Obwalden: Eine Person in Lebensgefahr

Das Gewitter hinterlässt auch im Sarneraatal (OW) seine Spuren. In Giswil, Sachseln, Sarnen und Alpnach haben umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste den Verkehr behindert, wie die Obwaldner Kantonspolizei mitteilt. Betroffen war teilweise auch die Autostrasse A8.

Auf dem Sarnersee sind mehrere Stand-Up-Paddler in Seenot geraten. Sie konnten durch Private mit einem Boot gerettet werden oder sich selbstständig in Sicherheit begeben.

In Alpnach Dorf sind an der Grunderbergstrasse mehrere Bäume auf ein Fahrzeug gefallen. Dabei wurden mehrere Personen im Auto eingeklemmt und mussten mit schwerem Gerät befreit werden. Eine Person ist laut Polizeiangaben lebensgefährlich verletzt und durch die Rega ins Spital gebracht worden.

Um die Ereignisse zu bewältigen standen mit der Kantonspolizei Obwalden die Feuerwehren Sarnen und Alpnach, der Rettungsdienst, die REGA, der Strassenunterhaltsdienst Zentras, mehrere Forstdienste sowie ein privates Abschleppunternehmen im Einsatz.

Im Kanton Schwyz gingen bei der Polizei 30 Notrufe ein

Sie betrafen umgestürzte Bäume und Bauabschrankungen, wie es einer Mitteilung der Kantonspolizei heisst. Zudem rückte der Seerettungsdienst Pfäffikon aus, um drei Boote in Seenot auf dem Zürichsee zu retten. In Unteriberg und Arth wurden Hausdächer abgedeckt. Im Einsatz standen sieben Feuerwehren.

Pilatus-Bahnen vom heftigen Gewitter überrascht

CEO Godi Koch sagt: «Wir hatten einen Stromausfall von rund einer halben Stunde. Zudem fielen zwei Bäume auf die Bahnleitungen.» Einer habe im Abschnitt Kriens - Krienseregg den Fahrbetrieb rund eine Dreiviertelstunde verhindert. Dieser konnte von den Pilatus Bahnen selbst von der Leitung entfernt werden.

Der zweite Baum stürzte auf die Bahnleitung zwischen der Krienseregg und der Fräkmüntegg. Die Gäste in den Gondeln mussten zwei Stunden ausharren, bis die Feuerwehr Kriens den Baum weggeräumt hatte. Gemäss Koch blieben alle Personen unverletzt: «Wir konnten alle Personen, die in den Gondeln waren, ordnungsgemäss evakuieren.

Während dem Einsatz erhielten die Passagiere Informationen über die Notfall-Nummer, die in allen Gondeln angegeben ist.» Anschliessend an die Evakuierung wurde der Betrieb der Gondelbahn eingestellt. Die Gäste, die zu der Zeit noch auf dem Pilatus waren, mussten den Heimweg via Alpnachstad antreten.

Aufgrund der Vorfälle wurde eine Gondel beschädigt, ansonsten seien keine Schäden verursacht worden, so Koch.

Hohe Windspitzen verzeichnet: 161 Stundenkilometer

Auf dem Pilatus wurden Windspitzen von 161 Kilometern pro Stunde verzeichnet (in Luzern 135 Km/h), dies meldet Meteo-News in einer Mitteilung.

Die Niederschlagsmengen waren nicht allzu gross, da die Gewitter schnell durchs Land zogen. Die Anzahl der registrierten Blitze liegt Moment bei über 10'000, in der Nacht würden sicherlich noch einige tausend dazukommen.

Besonders getroffen wurde der Bireggwald oberhalb der Stadt Luzern. Polizei, Feuerwehr und Ambulanzen waren dort im Einsatz, wie die Polizei auf Anfrage bestätigte. Ob und wie viele Menschen verletzt wurden, war nicht bekannt.

Die von MeteoSchweiz erhobenen Daten sind ausserordentlich: So wurden in Luzern Windspitzen von 135 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen: Dabei handelt es sich um den dritthöchsten Wert seit der Einführung der einheitlichen Messungen im Jahr 1981.

Reuss Starke Strömung Leservideo

Nur gerade der Sturm Lothar vom 26. Dezember 1999 mit über 140 km/h und der Sturm vom 26. Januar 1995 mit rund 140 km/h erreichten höhere Werte. Bemerkenswert war auch der Temperatursturz, wie der Meteorologe Ludwig Zgraggen von MeteoSchweiz der Agentur Keystone-SDA sagte:

Der Gewitterzug sei von West nach Ost entlang der Voralpen durch die Schweiz gezogen. Generell seien in der Zentralschweiz verbreitet 90 bis 110 km/h Windspitzen gemessen worden.

Aber auch in Thun habe der Wind Spitzen von 94 km/h erreicht und im waadtländischen Oron seien es sogar 110 km/h gewesen. Für den Zürichsee, wo am Abend wiederum Hunderttausende am Züri Fäscht erwartet wurden, wurde am Nachmittag eine Sturmwarnung herausgegeben. (sda)

Einschränkung im Bahnverkehr: Strecke zwischen Luzern und Immensee unterbrochen

Die SBB teilt mit, dass wegen Unwetterschäden die Strecke zwischen Luzern und Arth-Goldau unterbrochen ist. Interregio-Züge werden umgeleitet. Dauer der Störung sollte bis 19.00 sein. 

Luzern: Wasserpolizei auf Vierwaldstättersee im Einsatz

Die Wasserpolizei Luzern befindet sich inmitten von Bergungsarbeiten auf dem Vierwaldstättersee, wie sie auf Anfrage sagt. Weitere Auskünfte erteilt sie später.

Luzern: Stromunterbrüche

Die CKW teilt auf ihrer Webseite mit, dass das Gewitter in Gemeindeteilen von Horw, Kriens, Schüpfheim und Hasle zu Netzstörungen und Stromunterbrüchen geführt hat. In Kriens ist der Strom nach einem 10-minütigen Unterbruch wieder verfügbar.

Auch das Abstiegerlis-Turnier in Stans musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, wie das OK in einer Mitteilung schreibt. Die Organisatoren sind bemüht, die Festwirtschaft ab 17.00 Uhr in Betrieb nehmen zu können.

Luzern: Person von einem umfallenden Baum verletzt

Beim Lido-Strandbad wurde eine Person von einem umfallenden Baum getroffen, wie die Polizei auf Anfrage von «Radio Pilatus» bestätigt hat. Im Lido seien mehrere Bäume zu Fall gekommen. Ein Baum wurde vom Sturm gar vollständig entwurzelt.

Es wehen Sturmböen von mehr als 80 Kilometer pro Stunde. Die Reuss in Luzern schlägt hohe Wellen.

Das Gewitter hat auch in Teilen der Stadt Luzern Stromausfälle verursacht. So ist beispielsweise im Quartier Allmend aktuell kein Strom verfügbar.

Züri Fäscht sagt Flugshow ab – Knie bricht Vorstellung ab

Am Züri Fäscht wird die Flugshow aufgrund der Gewitterwarnungen abgesagt, wie «20 Minuten» online berichtet.

Weiter ist die Vorstellung des Zirkus Knie in Luzern abgebrochen worden, weil das Gewitter zu einem Wasserschaden geführt hat. Ob die Vorstellung am Abend stattfindet, ist laut «Radio Pilatus» noch unklar.

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