Wintersport
Grosse Unterschiede am Superskitag: in Graubünden bleiben Terrassen offen und wer Corona hatte, darf ohne Quarantäne auf die Piste

Im Kanton Luzern bleiben schwarze Pisten, Schlittelwege und Terrassen geschlossen.

Pascal Ritter
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In Graubünden ist mehr möglich als sonstwo: Skifahrer auf einem Bügellift im kleinen Skigebiet von San Bernardino im Misox.

In Graubünden ist mehr möglich als sonstwo: Skifahrer auf einem Bügellift im kleinen Skigebiet von San Bernardino im Misox.

Pablo Gianinazzi / KEYSTONE/Ti-Press

Ein perfekter Skitag steht an: Neuschnee und am Samstag Sonne über dem Hochnebel: «Wir erwarten viele Gäste», sagt René Koller, Direktor der Bergbahnen in Sörenberg LU. Er geht davon aus, dass zum ersten Mal die Kapazitätsbeschränkung von 5500 Skifahren erreicht wird. Sollten Gäste abgewiesen werden müssen, werde dies auf der Webseite bekannt gegeben. Luzern hat striktere Auflagen als andere Kantone. In Sörenberg bleiben die schwarzen Pisten am Rothorn geschlossen. Das gleiche gilt für die Schlittelwege und für die «Free Style Line». Verpflegung gibt es nur zum Mitnehmen, Sitzmöglichkeiten oder Abstellflächen stehen nicht zur Verfügung.

In Graubünden ist man da lockerer. Hier sind zwar auch nicht alle Pisten offen, allerdings hat das mit den Schneemassen zu tun. Eine Sprecherin des Skigebietes Laax sagt:

Wir öffnen das Skigebiet von unten nach oben. Sobald alles sicher ist, lassen wir die Lifte an»,

Auch sie erwartet einen grossen Andrang. Das Skigebiet beschränkt den Verkauf von Tageskarten, je nachdem wie viele Gäste mit Saisonabo kommen.

Auf den Terrassen der Restaurants darf im Unterschied zu anderen Kantonen konsumiert werden. Allerdings wird das beim Bund nicht gerne gesehen. «Die Benutzung der Terrassen ist nicht konform», sagt Mike Schüpbach vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag.

Darauf hat der Kanton Graubünden noch nicht reagiert. «Kanton und BAG stehen weiterhin im Austausch und suchen nach einer Lösung», heisst es von der Kommunikationsstelle Coronavirus des Kantons. Im Skigebiet Arosa ist man überzeugt: «Die Terrassen sind weiterhin offen für den Konsum der Take-Away Angebote», sagt Kurdirektor Pascal Jenny

Bund nicht Einverstanden mit Graubünden

Graubünden fährt auch in anderen Bereichen einen Sonderzug. So prahlte die Kantonsärztin Marina Jamnicki im SRF-Club, geimpfte Engländer müssten bei ihnen nicht in Quarantäne. Sie sagte zudem:

Auch wenn der Bund jetzt aufschreit im Hintergrund: ‹Graubünden, was macht ihr da?› – Wir machen es jetzt so.

Später ruderte der Kanton zurück und liess verlauten, dass zwar Engländer und Südafrikaner weiterhin in Quarantäne müssten. Einreisende aus anderen Quarantäneländern lässt der Kanton aber sofort auf die Piste. Und dies nicht nur, wenn sie nachweisen können, dass sie gegen Corona geimpft sind, sondern auch wenn sie in den letzten drei Monaten positiv getestet wurden und wieder gesund sind. Zur Zeit sind unter anderen Schweden, Dänemark oder das deutsche Bundesland Sachsen auf der Quarantäneliste.

Provokative Aussagen: Marina Jamnicki, Kantonsärztin Graubündens im SRF-Club vom 5. Januar.

Provokative Aussagen: Marina Jamnicki, Kantonsärztin Graubündens im SRF-Club vom 5. Januar.

CH Media

Der Bund ist mit der Praxis Graubündens offenbar nicht einverstanden. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte ein BAG-Sprecher: «Die Quarantäne- und Isolationsanweisungen bleiben bis auf weiteres bestehen und müssen eingehalten werden.» Es sei noch nicht sicher, ob Geimpfte die Krankheit nicht mehr weitergeben könnten.

Der Kantone Graubünden wiederum beruft sich auf die Corona-Verordnung. Dort heisst es, Kantone könnten bei der Einreise-Quarantäne Ausnahmen machen.