Zoo-Direktor Olivier Pagan zeigte sich am Sonntag in einer ersten Reaktion auf das Nein zum Ozeanium enttäuscht. Das Direktionsduo des Naturhistorischen Museums Basel freute sich auf der anderen Seite sehr über den klaren Zuspruch für das Neubauprojekt.

Die Enttäuschung stand dem Basler Zollidirektor Olivier Pagan nach Bekanntgabe des Abstimmungsresultats ins Gesicht geschrieben: "Wir waren überzeugt, mit dem Ozeanium ein sehr gutes Projekt vorlegt zu haben und haben gehofft, dass die Basler Stimmbevölkerung uns das auch attestiert", sagte er im Abstimmungsforum im Basler Rathaus.

Das Nein zum Grossaquarium wertet er aber nicht als grundsätzliches Nein zum Zoo- obschon dessen Daseinsberechtigung in der "extrem harten und zum Teil unfair geführten Abstimmungskampagne" grundsätzlich in Frage gestellt worden sei.

Wie sich der Zoo nach der Ablehnung des Grossprojekts weiterentwickeln wird, konnte Pagan nicht sagen: "Wir haben keinen Plan B für ein Wachstum in irgendwelcher Form", sagte er.

Klar ist lediglich, dass die Institution über die bereits eingegangenen Spendengelder - rund 57 Millionen Franken sind es - nicht wird verfügen können. "Das Geld war klar zweckgebunden für den Bau des Ozeaniums", sagte Pagan.

Mit seinem Ozeanium-Projekt hat der Zoo Basel Schiffbruch erlitten. Das Grossaquarium wurde deutlich versenkt. Realisiert werden kann dagegen der Neubau für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv.

Die Vorlage für das Ozeanium des Basler Zollis scheiterte mit 54,56 Prozent Nein-Stimmen. In absoluten Zahlen standen 25'888 Ja 31'084 Nein gegenüber. Die Stimmbeteiligung betrug hohe 55,49 Prozent.

60,33 Prozent Ja-Stimmen gab es dagegen für den Neubau für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv. Der dafür notwendige Kredit von 214 Millionen Franken wurde mit 34'064 gegen 22'396 Stimmen bewilligt.

Beide Grossprojekte waren umstritten: Gegen das Ozeanium des Basler Zollis hatten die Grünen und Umweltverbände das Referendum ergriffen. Zur Abstimmung standen baurechtliche und städtebauliche Grundlagen für den Neubau. Bei der heftig geführten Debatte ging es aber in erster Linie um tierschützerische Aspekte.

Gegen das Ozeanium stark gemacht hatte sich namentlich auch die Fondation Franz Weber, die Grossaquarien als weder innovativ noch nachhaltig erachtet. Als Alternative zum "Konzept des vergangenen Jahrhunderts" hatte die Stiftung zum Schutz von Meer und Tieren 2014 ein virtuelles Multimedia-Fenster zum Ozean ohne lebende Tiere vorgeschlagen.

Der Bau des Grossaquariums hätte 100 Millionen Franken gekostet. Dieses Geld hätte der Zolli aus privaten Spenden auftreiben wollen. Zugesichert waren bis zur Abstimmung über 57 Millionen Franken. "Dieses Geld war klar zweckgebunden und wird dem Zolli nicht zur Verfügung stehen", sagte Zoo-Direktor Olivier Pagan nach Kenntnisnahme des Resultats.