Arbeitsmarkt

Hat die Bewerbung bald ausgedient? Sieben von zehn Jobs gibt’s nur mit «Vitamin B»

Solche Szenen könnten schon bald der Vergangenheit angehören: Ein Stellensuchender bei einem Vorstellungsgespräch. (Symbolbild)

Solche Szenen könnten schon bald der Vergangenheit angehören: Ein Stellensuchender bei einem Vorstellungsgespräch. (Symbolbild)

Der klassische Weg der Bewerbung über ein Inserat funktioniert je länger desto weniger. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, werden 70 Prozent der Stellen unter der Hand auf dem verdeckten Arbeitsmarkt vergeben.

Nur 30 Prozent der Rekrutierungen erfolgen über eine öffentliche Ausschreibung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue noch unveröffentlichte Untersuchung des Zürcher Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA), wie die «NZZ am Sonntag» heute schreibt.

Edgar Spieler, Leiter Arbeitsmarkt beim AWA, begründet die zunehmende Bedeutung des verdeckten Arbeitsmarkts unter anderem mit dem Aufkommen der sozialen Medien: «Die Firmen gehen vermehrt direkt auf potenzielle Bewerber zu, indem sie Netzwerke wie LinkedIn einsetzen.»

Wie die Analyse des AWA dokumentiert, wird selbst in der Verwaltung mehr als jede zweite Stelle ohne öffentlichen Bewerbungsprozess vergeben. Im Gesundheits- und Sozialwesen erreicht der verdeckte Arbeitsmarkt sogar einen Anteil von 78 Prozent. «Unsere Erhebung verdeutlicht, wie wichtig das persönliche Netzwerk für die Arbeitssuche ist», erklärt Spieler gegenüber der «NZZ am Sonntag», «wer sich auf dem verdeckten Arbeitsmarkt gut positioniert, hat oft deutlich höhere Chancen bei der Rekrutierung.»

Nach Einschätzung von Pascal Schweiwiller, dem Geschäftsführer der Outplacement-Firma von Rundstedt, sei eine Bewerbung per Inserat oftmals zeitintensiv und führe zu hohen Kosten. Zudem könne man sich auf eine persönliche Referenz besser verlassen: «Dagegen sind die Informationen in den Arbeitszeugnissen aufgrund gesetzlicher Regeln häufig unzuverlässig und unbrauchbar.»

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