Der Fall ereignete sich Anfang Jahr, wie Urs Bösch, Leiter der HPS Heerbrugg, am Dienstag Medienberichte bestätigte. Und es war kein Einzelfall. Gemäss Bösch wurden behinderte Kinder der HPS auch im Heilbad St. Margrethen abgewiesen. In Marbach im Rheintal habe die Schule nun ein Bad gefunden, in dem die Kinder willkommen seien.

Aus diesem Grund und wegen fehlender Ressourcen sieht die HPS von einer Klage ab. Bösch, der selbst ein behindertes Kind hat, erwägt nun aber "ganz persönlich" rechtliche Schritte gegen das Heilbad Unterrechstein, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Anlass dazu geben ihm Aussagen des Geschäftsleiters und Verwaltungsratspräsidenten des Heilbads Unterrechstein gegenüber dem "St. Galler Tagblatt". In der Ausgabe vom Dienstag wird er folgendermassen zitiert: Einzelne Behinderte "hätten sich selbst nicht im Griff". Und: "Das sei teilweise abstossend für die Gäste."

Mit diesen Aussagen hat der Heilbad-Chef für Bösch "Anstandsregeln gegenüber dem menschlichen Individuum verletzt". Inakzeptabel ist die Wegweisung der HPS-Kinder auch für den körperlich behinderten Thurgauer CVP-Nationalrat Christian Lohr: "Gegen eine solche Art der Ausgrenzung müssen sich Gesellschaft und Politik auflehnen."