Geheime Aktion

Hier verbrennen Drogen im Wert von 24 Millionen Franken im St.Galler Kehricht

Polizei vernichtet Drogen im Wert von 24 Millionen Franken

Acht Tonnen Marihuana, mehrere Kilogramm Haschisch, 15 Kilo Kokain: Die St.Galler Kantonspolizei hat vier Lieferwagen voll mit Drogen im Strassenwert von rund 24 Millionen Schweizer Franken in einer Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt. Die Aktion war streng geheim.

Die Kantonspolizei St.Gallen stellt bei Festnahmeaktionen und Personenkontrollen regelmässig verschiedenste Drogen sicher. Diese werden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und nach Abschluss des Verfahrens zur Vernichtung freigegeben, erklärt die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung am Dienstag. Diese grossen Mengen an Drogen werden mindestens einmal pro Jahr in einer Kehrichtverbrennungsanlage vernichtet.

Der ganze Vernichtungsprozess wird laut Kantonspolizei durch den Kantonsapotheker streng kontrolliert und überwacht. Der Drogentransport und die Vernichtung werden jeweils von mehreren Polizeiangehörigen ausgeführt, begleitet und abgesichert.

Die Polizei hat Drogen mit einem Strassenwert von rund 24 Millionen Schweizer Franken verbrannt.

Die Polizei hat Drogen mit einem Strassenwert von rund 24 Millionen Schweizer Franken verbrannt.

Dieses Jahr wurden die sichergestellten Betäubungsmittel mit vier Lieferwagen in die Verbrennungsanlage überführt, teilt die Kantonspolizei St.Gallen weiter mit. Über acht Tonnen Marihuana, mehrere Kilogramm Haschisch, rund zehn Kilogramm Heroin und 15 Kilogramm Kokain, zwei Kilogramm Amphetamin, 3000 Ecstasy-Pillen, über sieben Kilogramm halluzinogene Pilze, LSD und weitere Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) sowie 250'000 Hanfsamen wurden kontrolliert und im Hochofen verbrannt.

Die diesjährige Drogenvernichtung fand vor rund zwei Wochen statt, sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei St.Gallen. Details zum genauen Zeitpunkt werden aber nicht kommuniziert.

Die Menge der vernichteten Betäubungsmittel sei in diesem Fall vergleichsweise hoch gewesen, so Krüsi weiter. «Wir haben sogar Fahrzeuge dazumieten müssen.» Normalerweise bewege sich der Wert der verbrannten Ware im Bereich von kleinen zweistelligen Millionenbeträgen.

Doppelt so viel wie sonst

Dass es dieses Jahr ziemlich das Doppelte zu verbrennen gab, werde nicht als grössere Entwicklung gewertet, sagt Krüsi. Das sei vielmehr Zufall. Damit die Drogen zur Vernichtung freigegeben werden, müsse immer auf grünes Licht von Seiten der Staatsanwaltschaft warten.

Bis das Verfahren abgeschlossen ist, wird die damit in Verbindung stehende beschlagnahmte Ware in den Räumlichkeiten der Kantonspolizei in St.Gallen aufbewahrt. Dort sei die Aufbewahrung gesichert. Krüsi sagt:

© Kapo SG

Ausserdem werde bei jeder Sicherstellung der Bestand der Drogen aufs Genauste gewogen und erfasst, sodass Entwendungen sofort auffliegen würden. Vor der Vernichtung führe dann der Kantonsapotheker als externe Kontrollinstanz Stichproben durch.

Im Speziellen aufgefallen seien bei dieser Vernichtung die acht Tonnen Marihuana. «Da sind wohl in letzter Zeit mehrere grosse Fälle von Marihuanabepflanzungen abgeschlossen worden», sagt Krüsi.

Grundsätzlich vernichte die Polizei alle Drogen, die sie sicherstellt. Auch Beruhigungsmittel oder andere zugelassenen Medikamente, die in der Medizin vielleicht noch Verwendung fänden. Zum Teil seien diese Substanzen gestreckt und nicht mehr ganz rein, sagt Krüsi. Zur Sicherheit werden auch diese Mittel in die Verbrennungsanlage befördert. (kapo/nat/elh) 

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