Video-Reportage

Hochbetrieb in der Sargfabrik: «Die Bestatter bestellen wie wild»

Hochbetrieb in der Sargfabrik: Vorbereitung aufs Schreckens-Szenario

Verunsicherung in der Branche führen zu erhöhter Nachfrage in der Sargfabrik.

Weil die Schweizer Bestatter eine Welle von Corona-Opfern befürchten, haben die Sarghersteller alle Hände voll zu tun. In der Sargfabrik in Lindau im Zürcher Oberland beispielsweise wird derzeit rund um die Uhr gearbeitet.

Es ist das ein Schreckensszenario aus Norditalien, das bei Schweizer Bestattern für Verunsicherung sorgt. "Die Bestatter wollen vorbereitet sein für den Fall, dass es hier eine solche Anzahl von Todesfällen wie in Bergamo gibt", sagt Urs Gerber, Geschäftsführer der Sargfabrik Hans Gerber AG in Lindau ZH gegenüber Tele Züri. Dort arbeiten die Mitarbeiter derzeit rund um die Uhr, denn: "Die Kunden bestellen wie verrückt."

Zu den Kunden der Sargfabrik in Lindau gehören Bestattungsunternehmen aus der ganzen Schweiz, die angesichts der Corona-Krise leere Lager befürchten. Jeden Tag verlassen die Fabrik zwei Lastwagen mit je 100 Särgen. Produziert wird doppelt so viel wie sonst. Urs Gerber hat zusätzliche Mitarbeiter engagiert und legt Nachtschichten ein, wie er sagt. "Solange das nicht über Wochen oder Monate so weitergeht, könnten wir das bewältigen."

Neue Särge können nur so lange hergestellt werden, wie der Holzvorrat reicht. Die Sargfabrik zehrt einerseits von ihrem Lager, ist aber auch auf ihre Lieferanten angewiesen und darauf, dass deren Mitarbeiter arbeiten können und die Lieferungen aus dem Ausland über die Grenze kommen. Urs Gerber: "Wir wissen gerade nie, woran wir sind. Die Situation verändert sich derzeit von Tag zu Tag." (smo)

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