Immer mehr Eltern wollen über das Geschlecht ihres künftigen Kindes entscheiden. Eine solche Selektion ist in der Schweiz zwar nicht erlaubt, doch werden laut «NZZ am Sonntag» auch hierzulande Reproduktionsmediziner zunehmend mit dem Anliegen konfrontiert.

So etwa Christian De Geyter, Chefarzt am Universitätsspital Basel, das als einziges in der Schweiz Spermien nach Geschlecht sortieren könnte. Er wehrt sich dagegen: «Meine Aufgabe ist es, Krankheiten zu heilen oder zu verhindern, und nicht, Familienkosmetik zu betreiben.»

Mit der neu in der Schweiz zugelassenen Präimplantationsdiagnostik zur Erkennung schwerer Entwicklungsstörungen erhält der Wunsch nach Geschlechterselektion Auftrieb. Und auch bei natürlichen Schwangerschaften ist die Selektion zunehmend ein Thema.

Daniel Surbek, Chefarzt am Inselspital Bern, schätzt, dass es in der Schweiz jährlich zu rund 100 geschlechtsbedingten Abtreibungen kommt. Darum will der Bundesrat Tests, die die Geschlechtsbestimmung erlauben, neu erst ab der zwölften Woche erlauben.