Epidemiengesetz
Impfgegner Daniel Trappitsch: «Wir bleiben am Ball»

Die Gegner des neuen Epidemiengesetzes geben sich trotz der Niederlage nicht geschlagen. "Wir bleiben am Ball und geben nicht auf", erklärte Daniel Trappitsch, Präsident des Nein-Komitees, gegenüber Schweizer Fernsehen SRF.

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Präsident des Nein-Komitees, Daniel Trappitsch

Präsident des Nein-Komitees, Daniel Trappitsch

Keystone

"Unsere Arbeit geht weiter. Wir haben viel erreicht." Das Ergebnis bezeichnete Trappitsch als Achtungserfolg, obwohl die Enttäuschung gross sei. Als Grund für die Niederlage sieht der Naturheilpraktiker die fehlende Unterstützung der grossen Parteien.

Zudem sei die Berichterstattung in den Medien nicht fair gewesen. "Wir hatten die Presse nicht auf unserer Seite. Es ist ein trauriges Spiel." Andernfalls wäre vielleicht mehr drin gewesen.

Situation dem 21. Jahrhundert angepasst

Die Befürworter sind erleichtert über die Annahme der Vorlage. "Damit wird die Situation dem 21. Jahrhundert angepasst und der Werkzeugkasten aus den 70er-Jahren beseitigt", erklärte Ursula Zybach, Präsidentin des Abstimmungskomitees und von Public Health Schweiz gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Zybach wertet den Sieg auch als Vertrauen in die Behörden und die Politiker. "National- und Ständerat haben das Gesetz fast einstimmig gutgeheissen." Das Stimmvolk habe auch erkannt, dass die Debatte um die Frühsexualisierung nichts mit dem Gesetz zu tun habe.

Befürchtungen, wonach mit dem revidierten Epidemiengesetz ein Impfzwang gelte, trat Zybach erneut entgegen. "Es wird nach wie vor Impffreiheit geben."

Von einer völlig neuen Gefahrenlage spricht auch FMH-Präsident Jürg Schlup. Erreger würden heute mit Grossraumflugzeugen verbreitet, sagte er gegenüber Schweizer Fernsehen SRF. "Es ist eine andere Situation als 1970." Koordinierte Massnahmen seien deshalb unerlässlich