Wahlen 2011

Ist SP-Chef Levrat auf dem linken Auge blind?

Christian Levrat, SP-Präsident

Christian Levrat, SP-Präsident

Nach einer Durststrecke sieht er die SP im Aufwind. In den Wahlkampf werde die Partei «mit zehn konkreten Projekten» steigen.

«Wir haben ein gutes Jahr hinter uns», sagte Levrat in einem Interview mit dem «St. Galler Tagblatt» vom Mittwoch. Die SP habe die Abstimmung über die Pensionskassen gewonnen und eine weitere Verschlechterung bei der AHV verhindert. «Zudem hat sich die ganze Schweiz über Wochen mit unserem Parteiprogramm auseinandergesetzt.»

Die SP sei die einzige Partei, welche versuche, eine Langzeitvision mit konkreten Projekten zu verbinden, sagte Levrat. So werde die SP beispielsweise zusammen mit den Gewerkschaften eine Volksinitiative für Mindestlöhne lancieren. «Das können Sie Bändigung oder Überwindung des Kapitalismus nennen, mir ist das egal.»

Eine Wette, wonach die SP die Wahlen 2011 gewinne, würde Levrat auch zum Jahresende noch eingehen. Die Durststrecke sei vorüber: «Mit den Wahlen im Jura und in Zug haben wir wieder Boden unter den Füssen.» Zudem habe die SP in den letzten dreissig Jahren noch nie so viele Regierungsräte gehabt wie heute.

Mit «zehn konkreten Projekten» will die SP in den Wahlkampf ziehen. Dabei stelle seine Partei die Freiheit jedes einzelnen und nicht nur der Stärksten in den Vordergrund, sagte Levrat. «Denn was nützt die Freiheit, wie sie die Bürgerlichen verstehen, einem 55-Jährigen, wenn er keinen Job hat.»

Die miserablen Abstimmungsresultaten der letzten Monate scheint Levart zu ignorieren. Und dass die Partei mit ihrem drastischen Linkskurs moderate Wähler erschrecken wird, das glaubt er wohl auch nicht.

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