Olten
Längerfristige Strategie gefordert

Lebhafte Debatte im Oltner Gemeindeparlament zum Areal Olten SüdWest. Die Motion zu Olten SüdWest wurde am Donnerstag im Gemeindeparlament an den Stadtrat verwiesen. Dass Olten das Areal aber kauft, ist laut dem Stadtrat keine Option.

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Aargauer Zeitung

Clemens Ackermann

Niemand widersprach am späteren Donnerstagabend im Oltner Gemeindeparlament Stefan Hodonou in seiner Feststellung, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist. Und doch war in vielen der zahlreichen Wortmeldungen von diesem Gefühl die Rede. So wurde denn am Schluss der Debatte die dringliche Motion Stefan Nünlist betreffend Olten SüdWest einmütig an den Stadtrat überwiesen. Damit ist der Stadtrat beauftragt, einen Massnahmenplan vorzulegen, mit dem eine qualitative Entwicklung von Olten SüdWest sichergestellt werden kann. Geprüft werden soll namentlich der Kauf des Areals durch die Stadt oder die Ergänzung des Gestaltungsplanes mit Qualitäts- und Etappierungsvorschriften. Auch der Stadtrat hatte sich für eine Überweisung ausgesprochen.

Stadtrat: Kauf keine Option

Für den Stadtrat ist ein Kauf des Areals allerdings keine Option. Wie er in seiner Antwort auf die Motion feststellt, habe der künftige neue Besitzer Leopold Bachmann der Stadt mitgeteilt, dass zwischen ihm und der heutigen Besitzerin ein bindender Kaufvorvertrag notariell abgeschlossen sei. Ein Wiederverkauf stehe nicht zur Debatte. Er bietet der Stadt eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Olten SüdWest an.

Für Jahrzehnte brach liegen lassen?

FdP-Sprecher und Motionär Stefan Nünlist störte sich an der Tatsache, dass die Besitzerin des Areals, die Hunziker & Cie AG, das ganze Gebiet an den Meistbietenden verkaufen will. Mit einem so bedeutenden Teil der Stadt seien die Grenzen des Handelns für Private erreicht. Die Stadt müsse die Qualität der Entwicklung mit einer längerfristigen Strategie unbedingt sicherstellen. Nünlist meinte, die Stadt könne das Gelände auch für mehrere Jahre oder Jahrzehnte brach liegen lassen.

SP-Sprecher Markus Ammann unterstützte die Anstrengungen für eine qualitativ hochwertige Nutzung des Areals. Aber: Die Stadt habe auch ohne einen Kauf genügend Handlungsspielraum, sie müsse diesen nur nutzen. Rudolf Lutz, Sprecher der SVP, forderte die Stadt auf, einerseits mit dem Investor Bachmann an einen Tisch zu sitzen, andererseits klare Regeln und Vorschriften durchzusetzen. Die SVP sei froh, dass auf dem Areal endlich etwas gemacht werde.

Der Stadtrat sei überzeugt, so Silvia Forster, dass Bachmann begriffen habe, dass Olten den Gestaltungsplan und dessen Vorschriften durchsetzen wolle.

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