Obwohl die Bundesverfassung eine Harmonisierung des Schulwesens in wichtigen Bereichen verlange, sei eine solche beim Sprachenunterricht nicht erreicht, kritisieren die Delegierten. Es gebe nach wie vor kantonale Sonderlösungen einerseits, und andererseits fehlten die notwendigen Bedingungen für einen erfolgreichen Fremdsprachenunterricht, hält LCH in einer am Samstag verabschiedeten Resolution fest.

Die notwendigen Erfolgsbedingungen hat LCH schon verschiedentlich erklärt. Dazu gehört etwa die Forderung nach mehr Lektionen für die einzelnen Sprachen, Aus- und Weiterbildung in Mehrsprachendidaktik für die Lehrkräfte oder auch Kultur- und Sprachenaustausch.

Schon letztes Jahr hatte LCH ein klares Votum für eine zweite Landessprache als erste Fremdsprache an der Primarschule abgegeben. Um jedoch Kindern und ihren unterschiedlichen Fähigkeiten gerecht zu werden, brauche es weitere Bedingungen für den Fremdsprachenunterricht.

Lust statt Frust an der Sprache

So solle Französisch als erste Fremdsprache in der Primarschule nicht zum Promotionsfach und damit notenrelevant für den Übertritt in die Sekundarschule werden.

"Aus dem ursprünglich spielerischen und notenfreien Sprachenlernen im "Frühfranzösisch"-Unterricht wurde in der deutschen Schweiz vielerorts ein "Promotionsfach", kritisieren die LCH-Delegierten. Dadurch seien die einfacher prüf- und belegbare Grammatik, die Orthographie und der systematische Aufbau des Vokabulars bevorzugt worden.

LCH fordert aber auch, dass die zweite Landessprache in der Sekundarschule nicht abgewählt werden dürfe, wie dies derzeit in vielen Kantonen der Fall sei. Viel mehr sollte die zweite Fremdsprache, beispielsweise Englisch, ein Wahlpflichtfach werden.

Schule als Gesamtes wahrnehmen

Zu den Erfolgsbedingungen zähle auch die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit, "die insbesondere auch die musischen, handwerklichen und gestalterischen Fächer sowie Bewegung und Sport entsprechend berücksichtigt".

LCH erinnert daran, dass Landessprachen mehr als Fremdsprachen seien. "Die Kompetenzerwartungen und damit die Lehrpläne für das Lernen der Landessprachen müssen diesen politischen Zielen angepasst werden", fordern die LCH-Delegierten in ihrer Resolution.

Die Deutschschweizer Lehrkräfte stehen mit ihren Forderungen nicht alleine da. Sie ziehen mit ihren Westschweizer Kolleginnen und Kollegen (SER) an einem Strang und fordern, dass die Erziehungsdirektorenkonferenz ihre Anliegen ernst nimmt und berücksichtigt.

Nicht ohne Druck: Sollte die EDK bis Anfang 2016 keine gesamtschweizerische einheitliche Sprachenregelung finden, will LCH, dass der Bund im föderalistisch organisierten Schulsystem das Ruder übernimmt.