Bahnverkehr

Lokführer-Mangel bei den SBB: Wegen Coronakrise dauern Schulungen doppelt so lange

Die SBB kämpfen mit Lokführermangel.

Die SBB kämpfen mit Lokführermangel.

Die Coronakrise verzögert die Ausbildung von Lokführern. Erst ab 2021 darf mit einer Entspannung gerechnet werden. Deshalb lassen die SBB gewisse Leistungen ausfallen.

(sku) Weil die Babyboomer-Jahrgänge pensioniert werden, brauchen die SBB in den nächsten Jahren rund 1000 neue Lokführerinnen und Lokführer. Die Coronakrise habe viele Aus- und Weiterbildungen aber verzögert, schreiben die SBB am Mittwoch. Die Schutzmassnahmen würden die Ausbildungen auf den Fahrzeugen zusätzlich erschweren: Die Schulung auf dem Führerstand dauert gemäss SBB aktuell doppelt so lange als gewöhnlich.

Der Ressourcenmangel wirkt sich auf das Angebot der Bundesbahnen aus. Einzelne Leistungen, die im Rahmen der Coronakrise eingestellt wurden, werden laut SBB vorerst nicht wieder eingeführt.

  • Die Zusatzzüge im Fernverkehr zwischen Zürich und Luzern in der Hauptverkehrszeit verkehren bis zum Fahrplanwechsel nicht.
  • In der Zürcher S-Bahn sind Leistungen, die im Zuge der Covid-19 bedingten Angebotsausdünnungen ausgesetzt wurden, erst teilweise (S20, S21, S23) oder noch gar nicht (S42) wieder hochgefahren. Diese Leistungen werden bis mindestens am 6. September weiterhin nicht angeboten.
  • Im Raum Lausanne/Genf und Brig werden die Zusatzzüge in der Hauptverkehrszeit nicht hochgefahren. Gleiches gilt im Regionalverkehr zwischen Lausanne und St. Maurice, Vallorbe und Le Brassus sowie Lausanne und Vallorbe. Diese Massnahmen gelten bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020.
  • Ebenfalls betroffen sind Leistungen des Léman-Express. Gemeinsam mit den französischen Partnern werden derzeit die Angebotskonzepte im Detail ausgearbeitet und so rasch wie möglich kommuniziert.

Weitere Angebotsanpassungen werden aktuell geprüft. Sämtliche Anpassungen seien im Onlinefahrplan abgebildet. Um die Situation beim Lokpersonal zu verbessern, werden im Herbst 2020 nun rund 340 Lokführerinnen und Lokführer gleichzeitig in Ausbildung sein. Zudem ist geplant, dass das Lokpersonal der SBB künftig auf mehr Strecken und Fahrzeugtypen ausgebildet wird, damit es flexibler eingesetzt werden kann.

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