Fall Marie
Maries Vater: «Man muss verhindern, dass so jemand je wieder frei kommt»

Der Vater der ermordeten Marie, Antoine S., verlangt, dass die Behörden die Abläufe nun genau durchleuchten, damit so etwas nicht mehr passieren kann. «Er konnte die Fessel einfach wegschneiden, das zeigt, das etwas nicht stimmt», sagt er.

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Trauer um die getötete Marie in Payerne

Trauer um die getötete Marie in Payerne

Keystone

Die Eltern der ermordeten Marie wollen nicht schweigen. Ihr Haustüre steht offen. «Unsere Tür ist offen, weil wir etwas zu sagen haben. Wir wollen Zeugnis ablegen, was aus Maries Leben hätte werden können», sagt Antoine S., der 54-jährige Pfarrer aus Villars-sur-Ollon gegenüber «24heures.ch».

Am Mittwochmorgen um 4.30 Uhr hat ihnen die Polizei eröffnet, dass ihre Tochter Marie, die sie im Alter von zwei Jahren adoptiert haben, nicht mehr lebt. Der Pfarrer hat da aber längst geahnt, dass seine Marie nicht mehr nach Hause kommen wird. Spätestens als der Täter am Dienstag verhaftet wurde, war im klar, dass etwas Schlimmes passiert ist.

Nicht resignieren

Am Mittwoch haben sich die Eltern von Marie verabschiedet, bevor sie zur Autopsie freigegeben wurde. Er habe zwar Erfahrung im Umgang mit Trauer, sagt der Pfarrer «Wenn es das eigene Kind betrifft, ist man nur noch Papa und Mama».

Resignieren will er aber nicht. Antoine S. und seine Frau Evelyne wollen, dass jetzt etwas passiert. «Er konnte die Fessel einfach wegschneiden, das zeigt, das etwas nicht stimmt. Er ist zu gefährlich für Fussfesseln, er hätte hinter Gitter gehört», sagt er im «Blick». .

«Justiz muss jetzt handeln»

Die Justiz müsse jetzt handeln. «Man muss die Abläufe untersuchen. Verhindern, dass so ein Verbrecher je wieder freikommt. Es geht nun um den Schutz vor weiteren Opfern», sagt Antoine S. weiter. «Ich frage mich, ob man so einen Straftäter wieder in der Normalität leben lassen muss.»

Maries Tod lasse sich durch nichts rechtfertigen. «Aber wenn er zu einem Umdenken führt, hat er wenigstens etwas bewegt.»

«Nicht verbittern»

Zur Zeit ist der Pfarrer freigestellt, wie der gegenüber dem «Blick» sagt. Er brauche Zeit zum Trauern. Er will aber auf jeden Fall weiter arbeiten. «Ich will nicht zu einem verbitterten Menschen werden, sonst würde ich der Tat zu viel Platz in meinem Leben geben». Der Täter interessiere ihn nicht. Er verdiene nicht einmal seinen Hass. (rsn)