Abstimmungskampf

Mit diesem Terror-Video fordern die Grünen den Atomausstieg

«Das AKW Beznau liegt mitten auf der Landeroute – da käme die Luftwaffe zu spät»

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Das düstere Abstimmungsvideo der Grünen.

Im Nachgang an das SRF-Programm zum Thema Terror am Sonntagabend rollen die Grünen die AKW-Sicherheitsdebatte wieder auf und fragen: Was, wenn ein Passagierflugzeug in ein AKW gestürzt wird? Ein Video soll den Abstimmungskampf anfeuern.

Ein Flugzeug abschiessen, in dem 164 Menschen sitzen, um so 70'000 vor dem Tod zu bewahren – ist das richtig?

Die ganze Schweiz hat mitdiskutiert während und nach dem SRF-Programm zum Thema Terror am Sonntagabend.

Jetzt haben die Grünen das Thema für ihren Wahlkampf beansprucht und fragen: Was, wenn ein Passagierflugzeug in ein AKW gestürzt wird – und nicht in ein Fussballstadion, wie im Film?

Der Grüne Nationalrat Bastien Girod hat dazu in den sozialen Medien ein Video verbreitet, das das düstere Szenario visualisiert.

Dunkle Musik, düstere Szenarien

Er habe im Parlament den Antrag stellen wollen, dass die Schutzhüllen aller Schweizer AKW dem Absturz eines modernen Passagierflugzeugs standhalten müssen.

Zu dunkler Musik und in weisser Schrift auf schwarzem Hintergrund folgt dann die angebliche Antwort des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats, Ensi: «Dann müssten alle AKW sofort stillgelegt werden.»

Mit diesem Argument fordern Girod und seine Partei ihr Publikum auf, am 27. November dem geordneten Atomausstieg zuzustimmen.

«Pure Angstmacherei»

Die Gegner des Atomausstiegs sind selbstverständlich aufgebracht. «Das ist pure Angstmacherei», zitiert «20 Minuten» SVP-Nationalrat und Berufspilot Thomas Hurter.

Das die Luftwaffe nicht rechtzeitig eingreife könne, wie im Video dargestellt, sei eine «an den Haaren herbeigezogene» Behauptung.

Atomausstiegsinitiative: Bürgerliche Parteien sind dagegen

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Bern - 18.10.16 - Die bürgerlichen Parteien präsentierten am Dienstag ihre Nein-Argumente gegen die Atomausstiegsinitiative.

Ensi will nichts davon wissen

Von der zitierten Aussage in dem Video will das Ensi zudem nichts wissen, wie «20 Minuten» berichtet.

In einem 2003 veröffentlichten Bericht heisst es: Die neueren AKW Gösgen und Leibstadt würden dem Absturz eines Langstreckenflugzeugs standhalten, bei Werken in Mühleberg und Beznau könnten Schäden «nicht ganz ausgeschlossen werden».

Das Ensi arbeitet derzeit an einer Aktualisierung der Untersuchungen aus dem Jahr 2003. (smo)

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