Menznau

Mutter von Menznau-Opfer: «Ich spürte, dass Benno von uns geht»

Benno Studers Mutter Beni in der Talk-Sendung

Benno Studers Mutter Beni in der Talk-Sendung

In einer emotionalen Talk-Runde sprechen die Angehörigen des ermordeten Benno Studer über den Amoklauf von Menznau. Die Mutter des Schwingers erzählt, wie sie mit dem Tod ihres Sohnes umgeht und wie sie dessen Tod im Voraus ahnte.

27. Februar 2013 - es war einer der schwärzesten Tage der vergangenen Jahre: An diesem Morgen fährt Viktor B. zur Arbeit in die Holzverarbeitungsfirma Kronospan und eröffnet vor Ort das Feuer auf seine Arbeitskollegen. Ein Amoklauf, bei dem fünf Menschen sterben, mehrere werden schwer verletzt.

Eines der Opfer war der Schwinger Benno Studer. In einer bewegenden «TalkTäglich»-Sendung von Tele Züri sprechen die Angehörigen nun über die Geschehnisse.

Es ist die erste Weihnacht, die Familie Studer ohne Benno feiert. «Ein spezielles Gefühl. Es wird eine schwierige Zeit auf uns zu kommen. Benno fehlt – nicht nur uns in der Familie, sondern er fehlt auch als Kollege und Freund. Und je länger es geht, desto grösser wird die Lücke», sagt Bennos Mutter Beni Studer.

Angehörige von Amokopfer von Menznau sprechen erstmals über ihren Verlust

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Die leise Vorahnung

Im Gespräch mit Moderator Markus Gilli erzählt Beni Studer, wie sie Wochen vor dem Amoklauf ahnte, dass ihrem Sohn Benno etwas zustossen wird.

14 Tage lang befand sie sich wegen einer schweren Beinverletzung im Spital. Sie war in der Rehabilitation, als sie im Spital den Wunsch äusserte, vorübergehend nach Hause zu ihrer Familie gehen zu dürfen.

Zuhause, beim gemeinsamen Znacht, sagte Benno seinen Eltern, dass er am Tag darauf lieber ins Training gehen würde als Mutter Beni zurück in die Reha zu begleiten. Sie akzeptierte den Entscheid, nicht zuletzt, weil Benno alles für seinen geliebten Sport tat und keinen Aufwand scheute.

«Ich hörte dann am Sonntag, wie er aufstand, seine Tasche packte. Da lief es mir kalt den Rücken runter und ich weinte», sagt Beni Studer.

Benno wollte wissen, warum sie weine und fragte, ob sie denn starke Schmerzen in ihrem Bein hat. Doch das war es nicht. Die Mutter spürte, dass sie ihren Sohn zum letzten Mal in den Armen halten würde.

Keine Wut dem Täter gegenüber

Von Emotionen ergriffen erklärt Bennos Mutter in der Talk-Sendung weiter, wie sie vom Amoklauf und dem Tod Bennos erfuhr und die Familie die Hiobsbotschaft aufnehmen musste.

Wut würden die Liebsten des getöteten Schwingers Benno gegenüber dem Täter Viktor B. nicht verspüren. Sie würden vielmehr eine Leere in sich tragen, sie hätten keine Kraft, Gefühle für den unbekannten Mann zu entwickeln - weder Hass noch Mitleid.

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