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Nach der Hitzewelle geht es sommerlich weiter

Es ist die Woche der Badefreudigen, wie hier im Seebad Selliken in Zug. (Archiv)

Es ist die Woche der Badefreudigen, wie hier im Seebad Selliken in Zug. (Archiv)

Die seit Dienstag andauernde mehrtägige Hitzewelle geht langsam zu Ende. In der Nordwest- und Deutschschweiz ist die zweithöchste Warnstufe 3 am Freitagabend aufgehoben worden. Im Süden bleibt es auch noch am Wochenende richtig heiss.

Namentlich in der Genferseeregion, im westlichen Mittelland und im Wallis sinken die Temperaturen erst im Laufe des Wochenendes. Deshalb bleibt die "erhebliche" Hitzegefahr in diesen Regionen noch bestehen, wie es im Naturgefahrenbulletin des Bundes heisst.

Am Freitag purzelten noch einmal mehrere Wetterrekorde. In Sitten wurde erstmals im laufenden Jahr die 35-Grad-Marke geknackt. Am späten Nachmittag ergaben Messungen im Walliser Kantonshauptort eine Höchsttemperatur von 36 Grad, wie SRF Meteo mitteilte.

Hitzewarnung: das sagt MeteoSchweiz

Hitzewarnung: das sagt MeteoSchweiz

Warnstufe 3 für Hitze heisst bei MeteoSchweiz, dass die Temperaturen über 3 Tage lang Höchstwerte erreichen, tagsüber über 30 Grad und nachts nicht unter 20 Grad. Meteorologe Thomas Jordi erklärt, warum es so heiss ist und wie lange diese Hitzewelle noch dauert.

Rekordwarme Tropennacht

Das war die bisher höchste Temperatur des Jahres, sie lag sogar noch höher als der Rekordwert von 2016. Damals wurden - auch am 23. Juni - in Visp 35,3 Grad registriert. Der absolute Hitzerekord aus dem Jahr 2003 ist derweil noch weit entfernt. Im Misox kletterte das Thermometer damals auf 41,5 Grad.

Dafür hatte die Nacht auf Freitag historischen Charakter: Der teilweise bewölkte Himmel sorgte vielerorts für Rekordwerte. Zum Beispiel in Güttingen TG am Bodensee kühlte es nicht unter 25,2 Grad ab, und auf dem Zürichberg lag die Tiefsttemperatur bei 24,2 Grad.

Eine so warme Nacht gab es dort seit Messbeginn vor 135 Jahren noch nie. Auch in Neuenburg verzeichneten die Messstationen einen neuen Rekordwert. Dort sanken die Temperaturen nämlich nicht unter 24 Grad.

Hitzewelle: Ab ins Wasser!

Hitzewelle: Ab ins Wasser!

20.06.17 - Temperaturen von rund 30 Grad haben die Schweizerinnen und Schweizer am Mittwoch in Scharen ans und ins Wasser getrieben. In Bern lockt die Aare mit warmen 20 Grad Wassertemperatur, in Zürich sucht man die Abkühlung unter anderem im Flussbad Letten und in Genf sorgt der Jet d’eau für Erfrischung. Auf dem Vierwaldstättersee hat das Dampfboot Charlotte (ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert) heute seine letzte Reise auf heimischen Gewässern angetreten. MeteoSchweiz hat für die zweite Wochenhälfte eine Hitzewarnung herausgegeben. Bis am kommenden Wochenende dürften die Höchsttemperaturen weiterhin um die 30 Grad oder darüber liegen. Am Donnerstag sind sogar 35 Grad möglich.

Verschiedene Gefahren lauern

Während die Hitzewelle von vielen Wasserratten und Sonnenhungrigen positiv aufgenommen werden dürfte, hat die Trockenheit auch ihre Schattenseiten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) warnte am Freitagnachmittag vor verschiedenen Gefahren.

So seien in vielen kleineren und mittleren Flüssen im Mittelland und Jura die Pegel sehr tief. Teilweise liege eine leichte Niedrigwassersituation vor, die sich in den kommenden Tagen weiter akzentuieren dürfte. Eine Wasserknappheit in grossem Rahmen erwartet der Bund aber nicht.

Grosse Waldbrandgefahr

Nicht gefeit sind weite Teile der Schweiz aber vor Waldbränden. Die Waldbrandgefahr ist in den meisten Gebieten zurzeit mässig bis erheblich. Im Tessin und einigen Regionen im Wallis und Graubünden ist sie gross. In mehreren Kantonen mahnen die Behörden zu sorgfältigem Umgang mit Feuer im Wald und im Freien.

Auch die Ozonwerte übersteigen in diesem Tagen die Grenzwerte. Sie liegen laut BAFU jedoch unterhalb der Werte, die im Hitzesommer 2003 gemessen wurden, und auch unterhalb des europäischen Alarmwertes. Trotzdem sollten empfindliche Personen körperliche Aktivitäten am ehesten morgens ausüben, wenn die Ozonwerte am tiefsten sind.

Google-Suche nach Abkühlung

Die Internetsuchmaschine Google Schweiz präsentierte am Freitag eine Auswertung, was ihre Nutzer in den vergangenen Tagen am häufigsten im Netz gesucht haben. Demnach stiegen die Suchanfragen für Begriffe wie "Badi", "Hitze", "Ventilator", "Wasser", "Eis" und "Glace" sprunghaft an.

Auf der Top-5-Liste der häufigsten gesuchten Flüsse rangiert die Aare an der Spitze, gefolgt von Rhein, Rhone, Limmat und Reuss. Bei den Seen hat der Bodensee das Spitzenresultat erzielt, knapp vor dem Zürich- und dem Thunersee.

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