Schönheitschirurgie

Nach OP beim Pfusch-Chirurgen sind Patientin die Ohren abgefault

Gegen den Schönheitschirurgen Peter Meyer-Fürst ist ein Berufsverbot verhängt worden. Die Zürcher Gesundheitsdirektion wurde schon vor Jahren mit der schlechten Arbeit des Arztes konfrontiert, hat aber erst jetzt gehandelt und gibt Fehler zu.

Der Fall eines Zürcher Schönheitschirurgen aus Zürich sorgte vor wenigen Wochen für Aufregung, als der «Kassensturz» eine junge Frau vorstellte, die nach einer misslungenen Brustreduktion beim 78-jährigen Mediziner ihre Brustwarzen verlor. Darauf verhängte die Zürcher Gesundheitsdirektion (GD) ein «vorsorgliches Operationsverbot» gegen den Arzt, bis die Umstände geklärt werden können.

Nun ist ein neuer Fall einer schiefgelaufenen Operation aufgetaucht. In der letzten Dienstag-Ausgabe stellte der «Kassensturz» eine junge Frau vor, die sich von Peter Meyer-Fürst die abstehenden Ohren korrigieren lassen wollte. Der Arzt operierte, doch nach der Operation wurde das Gewebe beider Ohren nekrotisch. Die Patientin litt unter starken Schmerzen, die Ohren wurden schwarz und an beiden Ohren faulten grosse Teile ab.

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger nimmt Stellung zu den Vorwürfen:

Pfuschchirurg

Dieser tragische Fall hätte vermieden werden können. Die Zürcher Gesundheitsdirektion wurde schon im August 2012 von einer Patientin auf die mangelhafte Arbeit des Schönheitschirurgen aufmerksam gemacht, wie der «Kassensturz» berichtet. Eine Frau hatte nach ihrer Operation unterschiedlich grosse Brüste und litt an starken Schmerzen. Zudem schrieb sie, kein Einzelfall zu sein, sie habe in den letzten zwei Jahren «x Frauen» kennengelernt, die von Dr. Meyer-Fürst verunstaltet worden seien.

Direktor gibt Fehler zu

Die Gesundheitsdirektion geht nicht auf die Frau ein und wimmelt sie mit einer formalistischen Antwort ab. Im Gespräch mit «Kassensturz» bedauert Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger dieses Vorgehen und zeigt sich schockiert über die Bilder der Frau mit den abgestorbenen Ohren. Heiniger gibt Fehler zu und sagt, dass man mehr hätte machen können.

Schon im Jahr 2009 hat die Gesundheitdirektion Peter Meyer-Fürst zum ersten Mal die Berufsbewilligung entzogen. Sie wurde jedoch vom Verwaltungsgericht zurückgepfiffen, weshalb beim zweiten Mal vorsichtiger vorgegangen wurde. Heiniger verspricht Besserung: «Wir werden unerschrocken und intensiv dran sein auf die Gefahr hin, dass wir zurückgepfiffen werden, das müssen wir in Kauf nehmen.»

Zudem teilt die Gesundheitsdirektion «Kassensturz» mit, dass auch gegen den Leiter des Tageklinik am Bellevue ein Aufsichtsverfahren laufe. Der kantonsärztliche Dienst und Heilmittelkontrolle ist aktiv geworden. In solchen Verfahren können u.a. auch Waren beschlagnahmt und Geräte versiegelt werden.

Den ganzen Beitrag können Sie hier sehen:

Ganze Sendung Pfusch-Chirurg, Ohren abgefault

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