Bezirksgericht Renens

Nach Protestaktion: Credit Suisse verliert vor Gericht gegen zwölf Klimaaktivisten

Klimaaktivisten vor Gericht in Renens freigesprochen

Klimaaktivisten vor Gericht in Renens freigesprochen.

Nach der Besetzung einer Bankfiliale verurteilte die Waadtländer Staatsanwaltschaft 2019 zwölf Klimaaktivisten wegen Hausfriedensbruchs. Das Bezirksgericht in Renens sieht das anders.

(dpa/dpo) Die von Klimaaktivisten ins Visier genommene Grossbank Credit Suisse (CS) hat am Montag vor dem Bezirksgericht in Renens VD eine Niederlage eingesteckt. Das Gericht sprach zwölf von der CS wegen Hausfriedensbruchs angezeigte Aktivisten frei.

Die Demonstranten hatten als Tennisspieler verkleidet im November 2018 eine CS-Filiale in Lausanne besetzt. Laut der Bewegung Lausanne Action Climat (LAC) wollten ihre Mitglieder damit gegen die «Heuchelei» von CS protestieren, die sich in ihren Kampagnen «des positiven Ansehens von Roger Federer bedient und gleichzeitig eine umweltschädliche Investitionspolitik verfolgt».

Nach einer Anzeige der CS hatte die Waadtländer Staatsanwaltschaft die Aktivisten im Sommer 2019 wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Anordnungen der Polizei zu bedingten Geldstrafen verurteilt. Die Demonstranten fochten das Urteil an und es kam zum Prozess.

Das Bezirksgericht in Renens zog einen anderen Schluss als die Staatsanwaltschaft und sprach die Aktivisten am Montag frei. Die Aktion sei friedlich verlaufen und habe nicht lange gedauert. Es habe keine Gefahr bestanden, dass die Aktion ausufere, begründete das Gericht nach Angaben des Westschweizer Fernsehens RTS.

Das Urteil kann noch angefochten werden. «Die Credit Suisse nimmt das Urteil zur Kenntnis und wird den Entscheid analysieren», sagte ein Sprecher.

Ein Weltstar im Visier der Aktivisten

Seit Tagen kritisieren Klimaaktivisten die CS auf sozialen Medien wegen ihren Investitionen in fossile Brennstoffe. Teil der Kritik wurde auch eines ihrer Aushängeschilder, der Weltstar Roger Federer. Unter dem Hashtag #RogerWakeUpNow forderten viele den Tennisspieler über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, sein CS-Engagement zu beenden.

Nachdem Federer zunächst nicht auf die Vorwürfe reagiert hatte, beteuerte er am Wochenende in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass er den Dialog mit den Sponsoren suchen wolle.

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