Medizin

Nationalrat will Eizellenspende nicht zulassen und regeln

Für den Nationalrat kommt eine Legalisierung der Eizellenspende zu früh. Er möchte zuerst die Entwicklungen in der Fortpflanzungsmedizin abwarten. (Themenbild)

Für den Nationalrat kommt eine Legalisierung der Eizellenspende zu früh. Er möchte zuerst die Entwicklungen in der Fortpflanzungsmedizin abwarten. (Themenbild)

Der Nationalrat will die Eizellenspende nicht zulassen. Er hat sich am Dienstag gegen eine Motion von Rosmarie Quadranti (BDP/ZH) ausgesprochen.

Der Entscheid fiel mit 108 zu 62 Stimmen bei 9 Enthaltungen. Damit ist das Geschäft vom Tisch. Eine Legalisierung der Eizellenspende hatte kürzlich auch die Jugendsession erfolglos gefordert.

Im Jahr 2014 hatten sich die Parlamentskommissionen für die Zulassung der Eizellenspende ausgesprochen. Die Gesetzesarbeiten wurden anschliessend aber auf die lange Bank geschoben, um die Diskussion über die Präimplantationsdiagnostik nicht zu belasten.

Quadranti begründete ihren Vorstoss damit, dass die Samenspende zugelassen sei. Die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen sollte aufgehoben werden. Auch die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin empfehle, das Verbot der Eizellenspende aufzuheben, führte sie ins Feld.

Der Bundesrat befürchtet, dass die Zulassung der Eizellenspende unzählige Fragen aufwerfen würde. Es sei noch zu früh, um gesetzgeberisch tätig zu werden, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Zuerst müssten die Folgen der Gesetzesänderungen im Bereich der Fortpflanzungsmedizin abgewartet werden. Diese seien noch nicht einmal in Kraft.

Die Eizellenspende werde aber auf jeden Fall aktuell bleiben, sagte Berset weiter. Der Bundesrat sei daran, sich in verschiedenen Berichten dem Thema zu nähern.

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