Schutzmassnahmen

Neues Sicherheitskonzept für Ferienhungrige: Bund prüft Corona-Tests und Fiebermessen an Flughäfen

Das Reisen per Flugzeug droht in Zukunft für Passagiere beschwerlicher zu werden. (Symbolbild)

Das Reisen per Flugzeug droht in Zukunft für Passagiere beschwerlicher zu werden. (Symbolbild)

Die Flughäfen Genf und Zürich haben neue Hygienemassnahmen für das Reisen nach Corona erarbeitet. Nun ist es am Bundesamt für Gesundheit zu entscheiden, welche Massnahmen eingeführt werden.

Das Reisefieber scheint in vielen Ländern so gross zu sein, dass die Grenzen zunehmend wieder geöffnet werden. Die Swiss plant denn auch ab Juni das Flugvolumen von derzeit 3 auf 15 bis 20 Prozent hochzufahren. Doch das Reisen per Flugzeug dürfte künftig deutlich beschwerlicher werden. Im Ausland wurden bereits an diversen Flughäfen Medizin-Checks für Passagiere eingeführt. Laut «Spiegel» sind auch an deutschen Flughäfen flächendeckende Fiebermessungen geplant.

Nun zeigt sich: Auch in der Schweiz gibt es ähnliche Überlegungen. Auf Anfrage bestätigt ein Sprecher des Bundesamts für Gesundheit (BAG), dass die Landesflughäfen Genf und Zürich ein neues Schutzkonzept erstellt haben, das in den nächsten Tagen mit dem BAG diskutiert werde. Auch die beiden Flughäfen bestätigen diese Information.

Laut dem BAG-Sprecher wird dabei auch evaluiert, ob Tests durchgeführt werden sollen, die das Corona-Virus oder Corona-Antikörper nachweisen. Auch das Fiebermessen von Passagieren sei ein Thema. «Es wurden aber noch keine Entscheide getroffen.»

So wird am Flughafen in Rom die Temperatur gemessen

Italien: Körpertemperatur messen mit dem "Smart Helmet"

Am Leonardo da Vinci Flughafen in Rom, dem grössten Flughafen Italiens, werden "Smart Helmets" eingesetzt. Dieser Helm kann die Körpertemperatur der Passagiere messen, die sich im Umkreis von sieben Metern befinden. In ganz Italien wie auch europaweit ist dieser Einsatz eine Premiere.

Selecta-Automaten mit Masken und Desinfektionsgels

In Genf heisst es, dass man noch nichts Genaueres verraten könne, da die Behörden das Konzept noch nicht verabschiedet hätten. Eine Flughafen-Zürich-Sprecherin sagt zum neuen Schutzkonzept, dass man gemeinsam mit den Flughafenpartnern darüber kommunizieren werde, wie das Fliegen ab Kloten nach Corona aussehen werde. Klar sei hingegen, dass man die Verfügbarkeit von Masken und Desinfektionsmitteln am Flughafen lückenlos sicherstellen wolle. «Diese und weitere Hygieneartikel sind in den Apotheken und in der Migros erhältlich.» Zudem hat der Flughafen kürzlich zwei neue Selecta-Automaten im Check-in 1 und 2 installiert. Anstatt Chips und Cola sind darin Masken, Desinfektionstücher und –Gels im Angebot.

Laut «Spiegel» arbeitet der europäische Verband der Flughäfen zurzeit an einer Art Neustartprogramm für den Flugverkehr innerhalb der EU mit zahlreichen Sicherheitsmassnahmen. Der Verband will über die Details noch nicht sprechen, betont aber, dass nur eine einheitliche Lösung für ganz Europa Sinn mache.

Bald vier Stunden vor Abflug am Flughafen?

Branchenkenner gehen davon aus, dass der Prozess an den Flughäfen über Monate oder gar Jahre hinweg komplizierter werden. Passagiere könnten wegen der zusätzlichen Kontrollen und Sicherheitsabstände aufgefordert werden, vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu erscheinen. Debattiert wird auch, ob Reisende einen Immunitätsausweis vorweisen müssen, um zu belegen, dass sie einen positiven Antikörpertest absolviert haben.

Der Flughafen Wien bietet seit einigen Tagen die Möglichkeiten, vor Ort einen Corona-Test zu machen, dessen Resultat in 3 Stunden vorliegt. Denn nach Österreich einreisende Personen müssen derzeit entweder ein Gesundheitszeugnis mit negativem Covid-19-Befund vorweisen – oder sonst eine 14-tägige Quarantäne antreten.

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