Anerkennung

Nun erinnert auch im Wallis eine Tafel an die Missbrauchsopfer der katholischen Kirche

Bischof Jean-Marie Lovey (l.) und ein Missbrauchsopfer enthüllen am Samstag in Closillon bei Monthey eine Gedenktafel.

Bischof Jean-Marie Lovey (l.) und ein Missbrauchsopfer enthüllen am Samstag in Closillon bei Monthey eine Gedenktafel.

Immer wieder wird die katholische Kirche weltweit und in der Schweiz wegen Missbrauchsvorwürfen kritisiert. Um die Opfer nicht zu vergessen, liess das Bistum Sitten am Samstag eine Gedenktafel anbringen.

(sat) «Wir müssen feststellen, dass vielen Menschen schweres Unrecht geschehen ist und Leid zugefügt wurde», hält das Bistum dazu im Februar-Mitteilungsblatt fest. Um die Opfer von sexuellem Missbrauch ernst zu nehmen, und das geschehene Unrecht zugleich zu anerkennen, könne die juristische Aufarbeitung jedoch nicht genügen. Als «äusseres Zeichen» der Anerkennung wurde darum am Samstag in der Kapelle von Closillon in Monthey eine Plakette angebracht.

In einer Ansprache in der Unterwalliser Gemeinde entschuldigte sich Bischof Jean-Marie Lovey laut «Le Nouvelliste» sichtlich gerührt bei den Opfern. Auch der örtliche Abt sowie Opfer und Vertreter der Westschweizer Opferhilfegruppe Sapec sprachen an dem Ort, der künftig für das ganze Bistum Sitten als Erinnerungsort gelten soll. Dass die Gedenktafel etwas abseits der Walliser Zentren liegt, ist laut Bistum auf den expliziten Wunsch eines Missbrauchsopfer zurück zu führen.

Opferhilfevereinigung drängt auf Auflärung

Laut dem Onlineportal «kath.ch» ist die schweizweit erste Gedenktafel für Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche und Ordensleute im vergangenen November im Bistum Lausanne Genf Freiburg angebracht worden. Sie befindet sich an der Freiburger Kathedrale im Stadtzentrum.

Die Opferhilfegruppe Sapec richtet seit Jahren vier Hauptforderungen an die katholische Kirche: Das Recht auf Wissen, Gerechtigkeit und Entschädigung. Und die Garantie, dass die heutige Kirchenleitung alles unternehme, dass sexuelle Übergriffe nicht mehr vorkommen könnten.

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