Ökologisch ein innovatives Projekt

Pro Natura ist sich einig und stellt sich hinter das Golfplatzvorhaben Herrenberg in Bergdietikon

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Ökologisch ein innovatives Projekt

Ökologisch ein innovatives Projekt

Natur und Landwirtschaft finden auf dem Golfplatz Herrenberg nebeneinander Platz. Pro Natura Aargau sowie der Dachverband geben dem Projekt gute ökologische Noten und stellen sich dahinter.

«Ältere Golfplätze sind oft naturferne, sterile Flächen, aus denen die übrigen Erholungsuchenden ausgeschlossen sind. Im Golfplatzprojekt Herrenberg hat sich dies grundsätzlich gewandelt», so lautet die Meinung von Pro Natura und Pro Natura Aargau. Beide stellen sich wegen der grossen Chancen für die Natur hinter das innovative Golfprojekt in Bergdietikon.

«Die Golfpromotoren haben zugesagt, im Rahmen der Gestaltung auf die gewachsene Landschaft Rücksicht zu nehmen und die Feinstrukturen, wo immer möglich, zu rekonstruieren», erklärt Johannes Jenny von Pro Natura Aargau.

Golf mit Extensivweiden

«Die Golfplatzbauer bewegten sich mit grossen Schritten Richtung Ökologie», heisst es weiter. «Es mag erstaunen und viele Landwirte ärgern, aber ein moderner ökologisch ausgerichteter Golfplatz mit Extensivweiden erfüllt auf dem grössten Teil der Fläche den Landwirtschaftsartikel der Bundesverfassung.

«Die Wasserproblematik besteht zwar, ist aber auf dem Herrenberg nicht so dramatisch wie von den Gegnern dargestellt», so Jenny. Das Gelände ist von Natur aus nicht trocken, und die Promotoren wollen ein Maximum an Regenwasser sammeln und für die Bewässerung einsetzen. Dies mache ökologisch wie ökonomisch Sinn.

Die Entrüstung über die reversible Umnutzung von 20 bis 25 ha klingt für Pro Natura unglaubwürdig. «Die zwei Drittel Extensivflächen des Golfplatzes können weiterhin grossmehrheitlich landwirtschaftlich nachhaltig genutzt werden.» Dadurch werde Humus aufgebaut, während beim intensiven Ackerbau der Boden durch Auswaschung und Verdichtung schleichend degradiert wird.

Im Notfall rückführbar

Auf dem einen Drittel Golfrasen bleibt die Nutzung, entsprechend den Vorgaben des Bundesamts für Umwelt, analog jener der integrierten Landwirtschaft. Humus und Boden gehen also nicht einfach verloren. Vielmehr müssen die Fairways (Spielbahnen) so konstruiert sein, dass sie im Notfall rückführbar sind. Im Zweiten Weltkrieg wurden mit den damaligen Mitteln viele Feuchtgebiete und Extensivflächen zur Gewinnung von Landwirtschaftsland zerstört. Mit der heutigen Technik und dem Verständnis vom Aufbau und Funktionieren der Böden seien Fairways in kurzer Zeit in Landwirtschaftsland zurückverwandelt.

Pro Natura hätte es sehr begrüsst, hätten die Landwirtschaftsvertreter in den letzten Jahren die definitive Zerstörung von Kulturland durch Einzonung mit derselben Energie bekämpft wie jetzt den rückführbaren Golfplatz Herrenberg. Sie empfiehlt, lieber nach der besten Bewirtschaftungsform zu suchen, als diese ökologisch sinnvollen Einrichtungen a priori zu bekämpfen. Pro Natura Aargau ist im vorliegenden Fall seit Projektbeginn, und damit seit mehreren Jahren, in die Planung einbezogen und wird auch beim Bau und beim Betrieb das in der Zusammenarbeitsvereinbarung vertraglich zugestandene Recht zur Mitsprache zugunsten der Umwelt geltend machen. (pNa)